Merkel an Westbalkan: "Es gibt viel zu tun"

Merkel an Westbalkan: "Es gibt viel zu tun"
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Nach fünf Jahren ist die Bilanz des sogenannten Berlin-Prozesses ernüchternd. Er sollte die EU-Integration von sechs Ländern des Westbalkans beschleunigen. Bei einem Treffen polnischen Poznan zwischen EU- Regierungschefs wie Angela Merkel und Vertretern von Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien sagte die deutsche Regierungschefin: Die Reform der EU werde die Balkan-Erweiterung nicht blockieren.

Der französische PräsidentEmmanuel Macron – er hatte sich gegen Erweiterungsrunden in nächster Zukunft ausgesprochen - habe darauf hingewiesen, dass die Arbeitsmechanismen in der Europäischen Union verbessert werden müssten. Sie teile diese Auffassung. Es gebe viel zu tun.

AngelaMerkel, deutsche Bundeskanzlerin:

"Ich sehe das keineswegs als Verzicht auf die Beitrittsgespräche. Es ist bekannt, dass der Beitrittsprozess sehr lang ist, so dass wir genügend Zeit haben, über die Art der Zusammenarbeit nachzudenken. Für mich ist das kein Widerspruch."

VORBEHALTE

Brüssel hatte den für Juni geplanten Beginn der Beitrittsverhandlungen mit Nordmazedonien und Albanien verschoben, weil es Vorbehalte in Frankreich, den Niederlanden und sogar in Deutschland gab, das bisher als entschiedenster Verfechter einer EU-Integration des Westbalkans galt.

Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki:

"Ich bin fest davon überzeugt, dass diese Integration sehr bald mit vollem Erfolg abgeschlossen wird und diese Länder in der Europäischen Union willkommen geheißen werden."

Der polnische Präsident Andrzej Duda machte trotzdem seiner Enttäuschung über die Hinhaltetaktik Luft. So dürfe die EU nicht mit Ländern umgehen, die auf dem Weg zur Integration schwierige Reformen durchführen würden. Die Staaten der Region bräuchten eine klare Perspektive. Siedürften nicht an einem Rennen teilnehmen, bei dem das Ziel nicht zu sehen sei.

su