Iran droht mit 20%-Urananreicherung

Abbas Mousavi, Sprecher des iranischen Außenministeriums
Abbas Mousavi, Sprecher des iranischen Außenministeriums
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Iran hat angedroht, seine deaktivierten Zentrifugen wieder hochzufahren und die Urananreicherung auf 20 Prozent zu erhöhen.

Dies wäre ein weitaus größerer Schritt als die kleineren Stufen, die das Land in der vergangenen Woche bereits eingeleitet hat, um seine Vorräte an spaltbarem Material gerade über die Vorgaben des Atomabkommens zu erhöhen.

Wir haben Iran dazu aufgefordert, keine weiteren Maßnahmen zu treffen, die das Atomabkommen von 2015 unterwandern. Und wir drängen Iran nun vehement dazu, alle Aktivitäten zu stoppen und umzukehren, die gegen die Verpflichtungen verstoßen, die mit dem Abkommen einhergehen. Das beinhaltet auch die Produktion von niedrig angereichertem Uran jenseits der erlaubten Vorratsbeschränkung.
Maja Kocijančič
Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini

Wie die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bestätigte, hat die Islamische Republik ihr Uran bereits höher als die erlaubten 3,67 Prozent angereichert.

Wenn die im Abkommen verbleibenden Länder, vor allem die Europäer, ihren Verpflichtungen nicht ernsthaft nachkommen, und nichts anderes machen als zu reden, wird Irans dritter Schritt härter ausfallen, unerschütterlicher und etwas überraschend.
Abbas Mousavi
Sprecher des iranischen Außenministeriums

Ausstieg der USA gefährdet Abkommen

Seit die USA aus dem Atomdeal ausgestiegen sind, hatte sich Teheran noch bis vor Kurzem weiter an die Vereinbarung gehalten. Dennoch verschärfte Washington seine Sanktionen gegen Iran. Seitdem droht das Land, den Vertrag platzen zu lassen.

Die im Abkommen festgelegte Obergrenze für die Urananreicherung sollte die Islamische Republik daran hindern, eine Atombombe zu bauen. Dafür wäre eine Anreicherung von 90 Prozent nötig.