Corbyn will neues Brexit-Referendum

Corbyn will neues Brexit-Referendum
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Monatelang hatte er beim Thema Brexit nur den Kurs der Regierung kritisiert. Nun spricht Labour-Chef Jeremy Corbyn Klartext und fordert ein neues Brexit-Referendum.

Für den Fall kündigte Corbyn an, für den Verbleib in der EU einzutreten. Die Begründung: kein geregelter Austritt oder ein - so wörtlich - Tory-Brexit sei die schlechtere Alternative. "Ein No Deal kommt für Labour nicht in Frage," sagte er.

Die Leute sollen selbst wählen können zwischen einem Verbleib in der Europäischen Union und einem sehr schlechten ungeregelten Austritt mit den daraus resultierenden Folgen für Lebensmittel und Medizin sowie für Investitionen in die Industrie.
Jeremy Corbyn
Labour-Chef

Auf Euronews sagte Thomas Brooks, ein führender Experte für britische Politik, dass Corbyn für seinen Flirt mit den Euroskeptikern in die Kritik geraten war.

Es ist wichtig für Labour, zu den Wählern zu gehen und zu sagen: Wir haben den Tories eine Chance gegeben: Wir haben der Regierung die Möglichkeit gegeben, Jobs zu schützen und einen Deal zu finden. Allerdings sind die Menschen und ist das Parlament gegen Theresa Mays Abkommen - einen ungeregelten Austritt lehnen die Menschen ebenfalls ab, noch stärker, als ihn das Parlament ablehnt. Leider sind das die einzigen Optionen, die die Tories anbieten.
Thomas Brooks
Politikwissenschaftler

Corbyns Kehrtwende kommt für viele überraschend - auch in seiner eigenen Partei.

Im Februar hatte der Labour-Chef May in einem Brief um fünf Änderungen am Brexit-Kurs gebeten, ohne ein Referendum zu erwägen.

Auch im März hatte Corbyn die Labour-Abgeordneten noch aufgefordert, gegen den Antrag auf ein zweites Referendum zu stimmen.