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Tapie freigesprochen - Lagarde hat lästigen Fall vom Bein

Tapie freigesprochen - Lagarde hat lästigen Fall vom Bein
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In der sogenannten Adidas-Affäre ist der französische Geschäftsmann Bernard Tapie freigesprochen worden. Nach jahrelangem Rechtsstreit urteilte ein Strafgericht in Paris, dass es gegen Tapie keine Beweise für Betrug und die Hinterziehung öffentlicher Gelder gebe. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich fünf Jahre Haft für Tapie gefordert. Sein Anwalt sprach von einer "gewaltigen Zufriedenheit" seines Mandanten.

PRIVATES SCHIEDSGERICHT

Hintergrund des Rechtsstreits ist ein jahrzehntealter Konflikt. Im Jahr 1993 verkaufte Tapie seine Anteile am SportartikelherstellerAdidas für 2,085 Milliarden Franc (rund 318 Millionen Euro) an seine Hausbank, die staatliche Crédit Lyonnais. Diese verkaufte sie kurz darauf für fast das Doppelte weiter. Tapie fühlte sich übervorteilt, da er vom Mehrerlös nichts abkriegen sollte. Nach jahrelangem Rechtsstreit erhielt der Geschäftsmann schließlich in einem Verfahren vor einem privaten Schiedsgericht rund 400 Millionen Euro Schadenersatz durch den Staat.

Die Entscheidung sorgte für große öffentliche Empörung. Tapie sollte mit seinen Kontakten das Gericht beeinflusst haben, um die hohe Entschädigung zu erhalten – dies konnte in dem aktuellen Verfahren jedoch nicht nachgewiesen werden.

LAGARDE SCHULDIG GESPROCHEN

In dem Fall spielt auch die designierte Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, eine wichtige Rolle. Sie hatte als französische Wirtschaftsministerin das private Schiedsgericht angerufen und gegen die Entscheidung zugunsten Tapies keine Rechtsmittel eingelegt. Hierfür wurde sie 2016 wegen Beihilfe zur Veruntreuung von Staatsgeldern schuldig gesprochen, blieb allerdings straffrei.

In Frankreich sorgte die Adidas-Affäre für viel Kritik. Es stand der Verdacht im Raum, dass Lagarde im Auftrag des konservativen Präsidenten Nicolas Sarkozy gehandelt habe, den Tapie vor seinem Wahlsieg 2007 unterstützt hatte. Sarkozy hat eine Einflussnahme zugunsten des Geschäftsmannes allerdings stets bestritten.

su