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Erster Bericht zum Wiener Ballett-Skandal

Erster Bericht zum Wiener Ballett-Skandal
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Im vergangenen April erschütterte ein schwerer Skandal die renommierte Ballettakademie der Wiener Staatsoper - ausgerechnet im 150. Juniläumsjahr des berühmten Hauses.

Unter Berufung auf eine Lehrerin hatte das Wiener Wochenmagazin "Falter" über Demütigungen, Gewalt und Drill bis hin zu einem sexuellen Übergriff berichtet. Schülerinnen seien wegen ihres Gewichts gemobbt und in Esstörungen getrieben worden.

Die Staatsanwaltschaft Wien leitete ein Ermittlungsverfahren ein. Angesichts der Vorwürfe wurde ausserdem eine Sonderkommission eingesetzt, die nun einen ersten Zwischenbericht vorgelegt hat. Darin ist unter anderem vom Fehlen klarer Strukturen sowie Organisations- und Verfahrensmängeln die Rede.

Susanne Reindl-Krauskopf, Vorsitzende der Sonderkommission: "Wenn nicht klar ist, wer wofür verantworlich ist, wer Entscheidungen trifft, wenn Mitarbeiter mitunter nicht benennen können wer der Vorgesettzte ist, dann ist das natürlich etwas, das so nicht vorkommen sollte."

Intransparenter Führungs- und Kommunikationsstil

Im Bericht wird ein unzulänglicher Umgang mit Beschwerden von Eltern und Kindern festgestellt. Auch wirke der Führungs- und Kommunikationsstil der Leitung der Ballettakademie instransparent. Die Institution hat Besserung gelobt und ihre uneingeschränkte Zusammenarbeit zugesagt.

Susanne Reindl-Krauskopf, Vorsitzende Sonderkommission: "Die Staatsoper hat uns versichert, dass neue Curricula erstellt werden, das Kinderschutzkonzepte erarbeitet werden, dass es auch Maßnahmen gibt, um die Strukturverantworlichkeiten des Prozessmanagements zu verbessern, das Qualitätsmanagament zu evaluieren, alle diese Punkte würden wir uns anschauen."

Zweiter Bericht im September

Die Vorwürfe betrafen in erster Linie zwei der 15 Lehrenden an der Akadamie. Eine der beiden Betroffenen sei zunächst mündlich und nach der erneuten Verschlechterung des Verhaltens schriftlich verwarnt und schließlich entlassen worden, Eine weitere Person wurde von der Staatsoper bis zur Klärung der Vorwürfe dienstfrei gestellt. Ein zweiter Bericht soll Anfang September folgen.

An der Akademie werden zur Zeit knapp 140 Schüler unterrichtet, die zugleich aufs Gymnasium gehen. Die Compagnie der Wiener Staatsoper besteht aktuell zu rund 40 Prozent aus Schülern der Akademie. Bekannt ist das Ballett nicht zuletzt durch seinen Auftritt auf dem Wiener Opernball.