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Rettung mit ungewissem Ausgang: Die "Ocean Viking" hat mehr als 350 Migranten an Bord

Rettung mit ungewissem Ausgang: Die "Ocean Viking" hat mehr als 350 Migranten an Bord
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Vier Bergungsaktionen im Mittelmeer in vier Tagen: Die "Ocean Viking", das Rettungsschiff der Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen, nimmt weiter Migranten an Bord, ohne dass ein europäisches Land einen Hafen zum Anlegen anbietet.

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"Gerade heute Nachmittag habe ich Informationen von dem Schiff erhalten, dass sie mit einer vierten Rettung beauftragt wurden, wodurch die Gesamtzahl der geretteten Menschen an Bord auf über 350 gestiegen ist"_, berichtet Sam Turner, der Leiter der Such- und Rettungseinsätze.

Aktuell bieten nur die libyschen Seefahrtsbehörden, mit denen oft Rettungseinsätze koordiniert werden, Häfen zum Anlanden an - keine sicheren Orte laut der Hilfsorganisationen.

"Zweifellos wird sich die Situation zuspitzen, da wir immer mehr Menschen aus Rettungsaktionen an Bord nehmen", so Sam Turner. "Deshalb müssen wir in den nächsten Tagen unbedingt in der Lage sein, diese Menschen so schnell wie möglich an einen sicheren Ort zu bringen."

Mitgliedsländer bleiben untätig

Derzeit gibt es keine Vereinbarung zwischen den EU-Ländern über die Verteilung der geretteten Menschen. Bislang stellte kein Mitgliedsland einen Koordinierungsantrag. Ohne diesen kann die Europäische Kommission die Verteilung der Migranten nicht organisieren.

Schiffe mit geretteten Migranten müssen immer wieder tage- und wochenlang auf dem Mittelmeer ausharren, weil die nächstgelegenen Staaten wie Malta und Italien ihnen die Einfahrt in ihre Häfen verweigern. Sie fordern, dass andere EU-Staaten zuvor zusichern, alle Migranten an Bord der Schiffe zu übernehmen.

Derzeit befinden sich zwei Rettungsschiffe mit geretteten Migranten an Bord im Mittelmeer. Die "Open Arms" mit aktuell noch mehr als 150 Migranten an Bord ist seit mehr als einer Woche auf der Suche nach einem sicheren Hafen. Die "Ocean Viking" rettete seit Freitag mehr als 350 Flüchtlinge. Das Schiff ist zunächst noch im Mittelmeer vor Libyen unterwegs.