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1. Kaspisches Wirtschaftsforum: Mehr Zusammenarbeit der Anrainerstaaten

1. Kaspisches Wirtschaftsforum: Mehr Zusammenarbeit der Anrainerstaaten
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In Turkmenistan hat das erste Kaspische Wirtschaftsforum stattgefunden. Nach der Unterzeichnung der Konvention über den Rechtsstatus des Kaspischen Meeres im vergangenen Jahr wollen die fünf Anrainerstaaten ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit vertiefen und ausländische Investoren anziehen.

Die fünf Staaten rund um das Kaspische Meer wollen ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Industrie, Handel und Tourismus vertiefen. Seit Anfang des Jahrtausends gibt es hochrangige Treffen der fünf Anrainerstaaten (Russland, Kasachstan, Turkmenistan, Iran und Aserbaidschan) des Kaspischen Meeres, um langfristige Probleme zu lösen.

Jetzt wird im turkmenischen Aschgabat der nächste Schritt getan und ein neues Kapitel der Beziehungen in der Kaspischen Region aufgeschlagen: "Wir sind in Turkmenbaschi im Osten Turkmenistans für das erste Kaspische Wirtschaftsforum", so euronews-Reporter Apostolos Staikos. "Nach einem historischen Abkommen, mit dem jahrzehntelange Konflikte im Seeverkehr, Fischfang und Naturschutz beigelegt wurden, sind die fünf Staaten am Kaspischen Meer jetzt entschlossen, Geschäfte miteinander zu machen und ausländische Investoren anzuziehen."

Die von den fünf Staatschefs im kasachischen Aktau im August 2018 unterzeichnete Konvention über den Rechtsstatus des Kaspischen Meeres diente als Ausgangspunkt für eine regionale Integration und eröffnete ein neues Kapitel der Zusammenarbeit in den Bereichen Verkehr, Handel, Energie und Umwelt. Das erste Kaspische Wirtschaftsforum markiert den Jahrestag der Übereinkunft und ist ein Signal an ausländische Investoren.

Signal an ausländische Investoren

Das erste Kaspische Wirtschaftsforum markiert den ersten Jahrestag dieser Unterzeichnung. Es ist auch ein Aufruf an ausländische Investoren:

"Die wichtigste Botschaft des ersten Kaspischen Wirtschaftsforums ist, dass die fünf Anrainerstaaten ihre Kräfte bündeln und die Geschäftsmöglichkeiten des Kaspischen Meeres nutzen", erklärt Azatdurdy Berjanow vom turkmenischen Ministerium für Finanzen und Wirtschaft. "Wir wollen die natürlichen Ressourcen nutzen und neue Investitionen anziehen. Die Wirtschaft unseres Landes befindet sich in einer positiven Phase und wir arbeiten daran, unsere technische Infrastruktur zu verbessern."

Neben der Ausstellung innovativer Technologien gab es eine Autoshow sowie eine Messe für traditionelle Produkte. Nicht nur die Ministerpräsidenten von Usbekistan, Abdulla Aripow, und Bulgarien, Boïko Borissow, nutzten die Gelegenheit, die Traditionen und die Kultur Turkmenistans kennenzulernen.

Foto: Apostolos Staikos
Turkmenische KulturFoto: Apostolos Staikos

In Kasachstan ist man davon überzeugt, dass die Region eine wichtige Rolle in der Weltwirtschaft spielen kann, meint der stellvertretende Vorsitzende der internationalen Handelskammer Nuraly Bukeyhanov:

"Die kaspische Region ist die Schlüsselregion für Exporte aus China und dem südostasiatischen Markt in den europäischen Markt, abgesehen von den Seewegen. Aufgrund der Sanktionen, die die Europäische Union gegen Russland verhängt hat, besitzt diese alternative Route ein großes Potenzial. Großes Potenzial heißt großen Handelsumsatz, was gute Geschäfte bedeutet."

Neue Handelsrouten

Ein Teil des Kaspischen Wirtschaftsforums fand im Hafen von Turkmenbaschi statt. Der im Mai 2008 eröffnete Internationale Seehafen hat die wirtschaftlichen Beziehungen zu den kaspischen Ländern und Europa deutlich verstärkt. Aktuell hat der Hafen mehr als 40.000 Passagiere befördert und rund 6 Millionen Güter (Importe + Exporte und Transitladungen) umgeschlagen.

"Der Hafen liegt an der großen Seidenstraße", so Enejan Tosunyyazowa vom Internationalen Seehafen. _"Wir haben Verbindungen zu anderen Ländern, die keine Flüsse oder Meerzugang haben. Für die Zukunft hoffen wir auf einen neuen Handelsweg, der China, Kirgisistan, Turkmenistan, Aserbaidschan und Georgien verbindet und den Waren aus China helfen wird, Europa zu erreichen."

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Foto: Apostolos Staikos
Schiff im Kaspischen MeerFoto: Apostolos Staikos

Im Awaza Convention Center sprachen die Staatschefs der fünf Länder über die Rolle der Region im globalen System der Weltwirtschaftsbeziehungen sowie das Potenzial für eine Ausweitung der Beziehungen in den Bereichen digitale Wirtschaft und Sonderwirtschaftszonen. Auf der Tagesordnung standen auch Diskussionen über gemeinsame Investitionsprojekte und -programme sowie eine Vereinfachung der Visumregelung. Viele sind jedoch der Meinung, dass sich die fünf kaspischen Staaten auf die Entwicklung des Tourismus konzentrieren sollten:

"Meiner Meinung nach ist eines der größten Potenziale, das heute nicht ausgeschöpft wird, der Tourismus", erklärt der Generalsekretär für den internationalen Straßenverkehr Umberto de Pretto. "Ich bin zum ersten Mal am Kaspischen Meer und es ist einfach fantastisch. Die Gegend ist wunderschön, man kann sie entwickeln, aber das muss nachhaltig geschehen. Wenn wir die Transaktionen zwischen den Häfen, zwischen der Schifffahrtsindustrie, zwischen den Eisenbahnen koordinieren und den Handel in Gang bringen können, ist das Potenzial enorm."

Foto: Apostolos Staikos

Die fünf Anrainerstaaten erklärten, dass sie ihre Tourismusindustrie entwickeln und gleichzeitig das wertvolle Ökosystem des Kaspischen Meeres schützen wollen. Das zweite Kaspische Wirtschaftsforum wird 2020 im russischen Astrachan stattfinden.