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George Enescu-Festival: Stelldichein der Klassik-Elite

George Enescu-Festival: Stelldichein der Klassik-Elite
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Die 24. Ausgabe des George Enescu-Festivals vereint Musiker aus 50 Ländern, in drei Wochen werden 84 Konzerte und Rezitale aufgeführt. Neben neun Weltklasse-Orchestern sind dieses Jahr erstmals in Rumänien dabei: Marion Cotillard, Kirill Petrenko sowie Mitsuko Uchida.

Seit 1958 erinnert Rumänien an einen seiner bekanntesten Musiker mit einem Festspiel. Dieses Jahr haben die Berliner Philharmoniker das George Enescu Festival in Bukarest eröffnet. Der gleichnamige Komponist, Pianist und Dirigent wird von vielen als eins der größten musikalischen Genies des 20. Jahrhunderts angesehen. Die drei Jahre nach dem Tod des Dirigenten ins Leben gerufene Veranstaltung soll Enescus musikalisches Erbe lebendig halten - und Werbung für seine Heimat zu machen.

"Mit dem Festival möchten wir Rumänien von einer anderen Seite zeigen", erklärt Festivaldirektor Mihai Constantinescu. _"Es ist harte Arbeit, das Image mithilfe von Kultur aufzupolieren. Dazu braucht es nicht nur ein gutes kulturelles Angebot, sondern auch die nötige Finanzierung. Das dreiwöchige Festival soll uns helfen. Es ist überall bekannt und Journalisten aus aller Welt kommen, um darüber zu berichten."
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Eines der größten Klassikereignisse in Ost-Europa

Bei einem der größten Klassikereignisse in Europa gibt sich die Elite der Branche ein Stelldichein. Viele der Besucher kommen regelmäßig. Neben internationalen Gästen kommen viele Rumänen, die stolz auf ihren Komponisten sind und klassische Musik lieben wie eine junge Frau, die meint: "Ich reise um die ganze Welt. Jedes Mal, wenn ich zu Hause bin, komme ich hier hin, denn klassische Musik ist Balsam für die Seele."

Martina Filjak trat mit dem rumänischen Orchester Royal Camerata auf: Die kroatische Pianistin hat viele internationale Klavierwettbewerbe gewonnen. Künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Bukarester Royal Camerata Orchestra ist Constantin Adrian Grigore, einer der besten Musiker Rumäniens. Neben Konzerten in ganz Rumänien gibt es dieses Jahr erstmals Begleitveranstaltungen in Städten in Deutschland (Berlin und Dresden), Belgien (Lüttich), Italien (Florenz), Kanada (Toronto und Vaughan) und Moldawien (Chişinău).

"Enescus Musik ist unglaublich kompliziert, einfach genial und nicht von dieser Welt."
Francesco Sica
Violonist des Monte Piano Trios

Das Monte Piano Trio wurde 2008 an der Musikhochschule in Frankfurt am Main gegründet. Die Musiker aus Italien, Frankreich und Rumänien haben bereits viele Preise gewonnen. Sie treten in Konzertsälen und Festspielen weltweit auf. Auf dem Festival spielten sie Werke für Trio vom französischen Romantik-Komponisten Ernest Chausson, dem österreichischen Komponisten Arnold Schoenberg und natürlich von George Enescu:

"Enescus Musik ist unglaublich kompliziert, einfach genial und nicht von dieser Welt", meint der Violinist des Trios Francesco Sica. Der Cellist Claude Frochaux sagt: "Das von uns gespielte Trio hat Anklänge an Folkmusik, aber mich erinnert es mehr an französische Musik, viele impressionistische Farben." Und die Pianistin Irina Botan fügt an: "Ich bin Rumänin, für mich klingt es heimatlich, aber die Musik ist hauptsächlich von Frankreich inspiriert."

Ein Höhepunkt am Eröffnungsabend: das belgische Ensemble La Cetra d'Orfeo, das auf Musik des 15. bis 18. Jahrhunderts spezialisiert ist.