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Merkel zur IAA: Veränderte Mobilität als "Herkulesaufgabe"

Merkel zur IAA: Veränderte Mobilität als "Herkulesaufgabe"
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich zur Eröffnung der Internationalen Automobilausstellung IAA (12. bis 22. September 2019 in Frankfurt/Main) für einen schnellen Ausbau der Infrastruktur ausgesprochen. Der Umbruch in der Mobilität sei eine «Herkulesaufgabe» für Staat und Industrie gleichermaßen, bei der eng zusammengearbeitet werden müsse, sagte sie.

Die Verlässlichkeit der Ladeinfrastruktur zum Beispiel sei für den Erfolg der Elektromobilität von größter Bedeutung. 20.000 Ladepunkte seien noch lange nicht ausreichend. Die Kanzlerin kündigte an, dass bis 2022 entlang aller Autobahnen der neue Mobilfunkstandard 5G zur Verfügung stehen werde und zwei Jahre später auch entlang der Bundesstraßen.

Zum Thema erneuerbare Energien sagte Merkel: E-Mobilität allein reiche nicht, der Strom müsse auch aus erneuerbaren Quellen kommen.

Und man müsse die Mitarbeiter der Autoindustrie „mitnehmen“ zur neuen Mobilität. Ihr Fazit: "Wir können es schaffen, als Deutschland vorne mit dabei zu sein».

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Angela Merkel:

“Es ist ein Umbruch, wie man ihn seit der Erfindung des Automobils nicht gesehen hat, weil er in verschiedenen Bereichen und Sektoren stattfindet. Es geht einmal um veränderte Antriebe, es geht um das autonome Fahren, es geht um ein völlig verändertes Besitzverhalten, zumindest in den urbanen Zentren. Und das alles muss auf einmal bewältigt werden. Und ich glaube, das erfordert auch eine sehr enge Kooperation von staatlichen Stellen und Industrie, weil wir immer wieder auch die Rahmenbedingungen setzen müssen, dass dieser Umbruch geschaffen werden kann.“

"RIESIGE AUFGABEN" UND "VERLÄSSLICHKEIT"

“Also hat die Branche riesige Aufgaben vor sich. Belastend wirkt dazu noch die Thematik der unzulässigen Abschalteinrichtungen (Dieselskandal), die im Grunde zu einem Vertrauensverlust geführt hat – mitten in einem riesigen Wandel. Und deshalb ist es richtig und wichtig, dass die Automobilindustrie jetzt Verlässlichkeit zeigt.“

Inmitten wachsender Konjunktursorgen bei Herstellern und Zulieferern steht die Internationale Automobilausstellung zunehmend in der Kritik. Klimaschützer werfen der Autoindustrie vor, den Wandel zu emissionsfreier Elektromobilität nicht entschlossen genug voranzutreiben und weiter auf klimaschädliche Stadtgeländewagen (SUVs) zu setzen.

Am Ausstellungsstand von Volkswagen kletterten am Eröffnungstag zwei Aktivistinnen auf Autos und hielten Plakate mit der Aufschrift «Klimakiller» hoch. Für das Wochenende sind große Demonstrationen
angekündigt.

Zudem ist die Fortsetzung der IAA am Messestandort Frankfurt fraglich. Der veranstaltende Verband der Automobilindustrie VDA will mit seinen Mitgliedern über mögliche Alternativen oder auch eine
Fortführung in Frankfurt in veränderter Form sprechen.

Sigrid Ulrich mit dpa, Reuters