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Afghanistan: Angst vor Gewalt überschattet Präsidentschaftswahl

Afghanistan: Angst vor Gewalt überschattet Präsidentschaftswahl
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In Afghanistan werden die Präsidentschaftswahlen am Samstag von der Angst vor Gewalt und Politikverdruss überschattet. 9,6 Millionen Wählerinnen und Wähler sind trotz Anschlagsgefahr und schlechten Erfahrungen mit Wahlbetrug an die Urnen gerufen. 18 Kandidaten stehen auf den Stimmzetteln. Wirklichen Chancen werden nur Amtsinhaber Aschraf Ghani und seinem geschäftsführendem Regierungschef Abudllah Abdullah eingeräumt. Beide waren bereits 2014 gegeneinander angetreten und hatten auf internationale Vermittlung hin eine Einheitsregierung gebildet.

Wählen ist in Afghanistan ein Risiko: Die Taliban verübten im Vorfeld vermehrt Anschläge und drohten auch für den Wahltag Gewalt an. "Die Taliban bedrohen uns pausenlos, um uns vom Wählen abzuhalten", so der Kabuler Sayed Hashim. "Jeden Tag gibt es Androhungen, aber ich glaube, dass die meisten Menschen trotzdem an der Wahl teilnehmen werden, um die Demokratie zu verteidigen."

"Wir werden in großer Zahl wählen gehen und wir verlangen von der Regierung und den Sicherheitskräften uns zu schützen und für Transparenz zu sorgen", so der Kabuler Mohammed Mehdi.

Der Wille scheint bei einigen ungebrochen, doch Beobachter gehen von einer sehr geringen Wahlbeteiligung aus. Biometrische Geräte zur Wählererfassung sollen Betrug verhindern, doch es gab bereits im Vorfeld Manipulationsvorwürfe. Viele fürchten eine schwierige Regierungsbildung, die die Position des neuen Präsidenten auch im Hinblick auf mögliche Friedensverhandlungen mit den Taliban schwächen könnte.