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Brexit: Wie EU-Bürger auf der Insel darum kämpfen, zu bleiben

Brexit: Wie EU-Bürger auf der Insel darum kämpfen, zu bleiben
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Für die etwa 3,7 Millionen EU-Bürger, die in Großbritannien leben, bedeutet der Brexit seit Jahren viel Unsicherheit über ihre Zukunft. Für die, die bleiben wollen und britische Papiere beantragen, läuft die Sache aber überraschend einfach. Im Osteuropa-Zentrum in West-London wird den künftigen Neu-Briten geholfen. Die Organisation ist eine von 57, die zusammen 9 Millionen Pfund von der Regierung bekommen haben, um Einbürgerunswilligen zu unterstützen.

Aktuellen Zahlen zufolge gibt es zwei Millionen Anträge auf ein dauerhaftes oder vorübergehendes Aufenthaltsrecht. Einmal genehmigt, gilt der Status auch nach einem Brexit. Nur ganze zwei Anträge wurden bisher abgelehnt.

Mit einer Smartphone-App können EU-Bürger und ihre Familien es sich leicht machen: Sie müssen ihre Identität nachweisen, die Dauer ihres bisherigen Aufenthalts in Großbritannien angeben sowie mögliche Vorstrafen. Auch eine anfängliche Gebühr von 65 Pfund wurde inzwischen gestrichen.

Kritik gibt es nur an der Tatsache, dass die App nur in englischer Sprache verfügbar ist. “Der Anspruchn, dass alle Menschen, die in diesem Brexit-Prozess irgendwie feststecken, auch flüssig Englisch sprechen und sich auch mit juristischen Dingen auseinandersetzen können, ist eigentlich nicht richtig mit Blick auf die anderen europäischen Nationen", sagt Barbara Drozdowicz, die Chefin des Osteuropa-Zentrums. Und weiter: “Man kann sich außerdem leicht vorstellen, dass Menschen, die nicht so gut mit Computern umgehen können oder mit Smartphones, schnell überfordert und eingeschüchtert sind.”

Die Regierung sagt, für solche Fälle gibt es Unterstützung.

Das glaubt dieser Mann nicht: der gebürtige Pole und mehrfach ausgezeichnete Chefkoch Damian Wawrzyniak. Er ist 2005 nach Großbritannien gekommen und hat sich eine Existenz aufgebaut. Er hat unter anderem als Chefkoch bei den olympischen Spiele 2012 gekocht und für die königliche Familie.

Dennoch bekam er zunächst nur eine vorübergehende Aufenthaltsgenehmigung. Er hätte damit nur die Möglichkeit gehabt, den Antrag auf ein dauerhaftes Bleiberecht später erneut zu stellen. “Das hat sich angefühlt als wäre ich ein Bürger zweiter Klasse. Ich war traurig und habe mich erfolgreich gewehrt. Jetzt helfe ich auch anderen mit dem gleichen Problem.”

Die britische Regierung hat jetzt eine neue Werbekampagne für 4 Millionen Pfund gestartet. Sie soll den EU Bürgern zeigen, dass sie mindestens bis Dezember 2020 Zeit haben, um ihren Antrag zu stellen.

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