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EU-Gipfel endet im Streit um Erweiterung

EU-Gipfel endet im Streit um Erweiterung
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In Brüssel ist der letzte EU-Gipfel mit Donald Tusk und Jean-Claude Juncker in Bitterkeit zu Ende gegangen.

Nach dem Brexit-Abkommen in letzter Minute gerieten die Staats- und Regierungschefs beim Thema EU-Erweiterung böse aneinander.

Ursprünglich eine Formalität, blieben die Beitrittsgespräche mit Albanien und Nordmazedonien erst einmal auf Eis.

Frankreich, Dänemark und die Niederlande legten ihr Veto ein.

Frust beim EU-Ratspräsidenten.

"Ich habe eine Botschaft an unsere Freunde in Nordmazedonien und Albanien: Bitte, gebt nicht auf! Ich verstehe Eure Enttäuschung, denn Ihr habt Euer Versprechen gehalten, wir unseres nicht", sagte Donald Tusk.

Noch wütender zeigte sich EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

"Dies ist ein historischer Fehler! Und ich hoffe, dass er nur vorübergehend sein wird und nicht eines Tages sich ins kollektive Gedächtnis einbrennt als ein monumentaler historischer Fehler."

Trotz des Widerstandes aus Frankreich wird das Thema auf der Tagesordnung bleiben.

Auf einem Sondergipfel im nächsten Frühjahr in Zagreb soll der Weg für Beitrittsgespäche geebnet werden.

Doch Emmanuel Macron muss erst noch überzeugt werden.

"Wir funktionieren nicht gut als EU mit 28 oder mit 27, und ich bin nicht sicher, ob wir nach einer Erweiterung besser funktionieren.

Deswegen wiederhole ich: Wir müssen vor einer Erweiterung und Beitrittsgesprächen realistisch sein. Wir müssen die EU zuerst reformieren."

Der albanische Minsisterpräsident Edi Rama war während des Gipfels in Brüssel, um für Unterstützung zu werben - vergeblich.

Er sieht sein Land als Opfer von Kräften, die er nicht kontrolleiren kann.

"Es ist ein Kampf verschiedener Strategien um Einfluss innerhalb der EU. Wir sind dabei so etwas wie Kollateralschaden."

Ob Macron seine Opposition aufrecht erhalten kann, bleibt abzuwarten.

Einige Beobachter sagen, es könnten sich auch noch mehr Länder auf seine Seit schlagen.

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