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"Kriegsminister" - Lesung von de Maizière geplatzt

"Kriegsminister" - Lesung von de Maizière geplatzt
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Mehrere Dutzend Aktivisten haben in Göttingen eine Lesung des früheren deutschen Innen- und Verteidigungsministers Thomas de Maizière verhindert. Das berichtet die Bild-Zeitung. Demnach wollte der 65-Jährige Montagabend im Alten Rathaus von Göttingen Passagen aus seinem Buch "Regieren: Innenansichten der Politik" vorstellen. Rund 90 Aktivisten hätten aber beide Eingänge zu dem Gebäude versperrt. Unter ihnen hätten sich auch Anhänger der Bewegung "Fridays for Future" befunden.

Zur Begründung der Aktion hieß es in dem Bericht, während seiner Amtszeit seien Waffen an die Türkei geliefert worden. Somit sei de Maizière mitverantwortlich für die türkische Offensive in Nordsyrien. Laut Bild platzte die Lesung, Veranstalter und die Polizei hätten kapituliert, der Mob habe"triumphiert".

De Maizière sei unter Polizeischutz in ein nahegelegenes Lokal gebracht worden. Gegenüber Bild sagte der Veranstalter Johannes-Peter Herberhold: "Wir müssen uns der Gewalt beugen". Auch der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier reagierte gegenüber Bild auf die Aktion: "Die Blockade seiner Vorlesung in Göttingen durch die Antifaschistische Linke ist eine unerhörte Missachtung von Recht und Person, die wir nicht hinnehmen dürfen."

Auch örtliche Behörden haben laut Bild die Absage der Lesung befürwortet. Zur Begründung habe es geheißen, dass ein "zwangsweises Freimachen der Zugänge" nicht schnell genug möglich gewesen sei.

Lindner über Absage erbost

Unterdessen hat der FDP-Vorsitzende Christian Lindner empört auf die Absage einer für November geplanten Rede an der Universität Hamburg reagiert. Die Absage habe ihm der Uni-Präsident ohne Begründung mitgeteilt, sagte Lindner.

Proteste gegen Lucke

In der vergangenen Woche hatten Studentenproteste an der Uni Hamburg eine Vorlesung des AfD-Mitbegründers Bernd Lucke verhindert. Die Studierendenvertretung Asta hatte zuvor zu einer Kundgebung vor dem Hauptgebäude der Universität aufgerufen. Medien berichteten, Lucke sei körperlich angegangen und beschimpft worden. Dabei seien Ausdrücke wie "Nazischwein" gefallen. An dem Protesten seien auch Mitglieder der "Antifaschistischen Aktion" beteiligt gewesen.

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