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"Smart Country" Deutschland? Digitalisierungsmesse in Berlin

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Digitalwüste Deutschland? Immer wieder heißt es, dass die Bundesrepublik beim Thema Digitalisierung hinterherhängt. Die "Smart Country Convention" in Berlin soll das ändern. Bei der dreitägigen Messe kommen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen, um sich darüber auszutauschen, wie die Abläufe in Städten Regionen und deren Verwaltung digitaler gestaltet werden können. Vorbild: Litauen.

Der baltische Staat ist Partnerland des Branchentreffens und verfolgt beim Digitalausbau laut seinem Außenminister Antanas Linkevičius eine umfassende Strategie: "Wir haben von Anfang an auf allen Ebenen angesetzt, auch bei der Gesetzgebung. Ein Bestandteil war die Wettbewerbsfähigkeit. Wir haben vor allen in der Telekommunikationsbranche freien Wettbewerb und das hat viel geholfen bei der Qualität der Produkte."

Deutsche wollen mehr Behördengänge online erledigen

In Litauen können 90 Prozent der Behördengänge online erledigt werden. Offenbar wünschen sich auch die Deutschen eine digitalere Verwaltung: Laut einer Umfrage des Verbands der Digitalbranche Bitkom würden 84 Prozent der Befragten Verwaltungsangelegenheiten wie Ausweisverlängerung oder Wohnsitzummeldung gerne übers Internet erledigen. Vier von zehn Bürgerinnen und Bürgern seien damit einverstanden, dass ihre einmal gespeicherten Stammdaten zwischen den Behörden ausgetauscht werden. Aber es gibt auch Sicherheitsbedenken.

Bitkom-Präsident Achim Berg beruhigt: "Vertrauen ist wichtig. Vertrauen darin, dass die Daten da sind, wo sie hingehören und nicht missbraucht werden. Aber da sind wir in Deutschland auf einem sehr guten Weg. Wir haben da sehr viel Augenmerk darauf, von daher habe ich da wenig Sorgen, dass wir in die falsche Richtung laufen.

Innenministerium fördert "Smart Cities"

Beim "Smart Country" geht es nicht nur um Behördengänge. Das Innenministerium fördert sogenannten "Smart Cities", die zum Beispiel Verkehrssysteme entwickeln, bei denen Fahrzeuge mit der Infrastruktur verknüpft werden.

Eine Hürde beim Digitalausbau ist der Föderalismus, sagt Gerhard Marx vom IT-Händler und -Dienstleister Bechtle. Er plädiert für eine Reform, um einheitliche Lösungen zu ermöglichen: "Überall dort wo Infrastrukturen notwendig sind, brauchen Sie ein gemeinsames Verständnis. Das wäre so, wenn Sie eine Autobahn bauen würden und in Nordrhein-Westfalen hätten, in Bayern eine Ampelschaltung und gibt’s irgendwo noch eine Autobahn, die nur eine Spur von 1,95 Metern hat."

Die Smart Country Convention findet bereits zum zweiten Mal statt. Sie endet am Donnerstag.

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