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Streik in Frankreich - Proteste gegen Rentenreform

Streik in Frankreich - Proteste gegen Rentenreform
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Im Gymnasium Saint Just in Lyon wird der Streik an diesem Donnerstag von vielen Lehrern verfolgt werden. Stéphane Ubach war 28 Jahre lang Lehrer für Geografiegeschichte. Er wird sich dem Streik anschließen.

Er prangert das neue Rentensystem an. Die Lehrer dürften stark bestraft werden.

"Die Regierung selbst hat zugegeben, dass Lehrer die großen Verlierer in diesem System sein werden. Einige Berechnungen gehen von einem Verlust von fast 30 % der Rente aus. Im Jahr 2025 soll die Reform umgesetzt werden".

Stéphane fürchtet um die Attraktivität seines Berufs, bereits jetzt mangelt es im französischen nationalen Bildungssystem an Lehrern.

"Schon heute sind die Gehälter ein Problem. Wenn dazu noch niedrige Renten hinzukommen, sehe ich Schwierigkeiten. Wer will im nationalen Bildungssystem mit solchen Perspektiven arbeiten"?

In den letzten Tagen hat die Regierung versucht, die Lehrer zu beruhigen, indem sie Lohnerhöhungen versprach. Eine unzureichende Ankündigung für Stéphane und seine Kollegen.

"Ich denke, wir werden einen sehr großen Streik erleben, denn auch Kollegen, die normalerweise nicht teilnehmen, wollen dabei sein".

Mit der neuen Reform werden die 42 bestehenden Rentensysteme zu einem universellen Rentensystem zusammengeführt. Damit würden besondere Versorgungsleistungen wegfallen. Für Yoann Saugues, seit 19 Jahren Mitarbeiter des Bahnbetriebs SNCF, ist das zu viel.

"Wir sind mit einem Vertrag in den Betrieb eingetreten. Er wurde durch verschiedene Reformen schrittweise reduziert. Wenn wir uns darauf geeinigt haben, jeden Monat weniger Geld zu verdienen, dann im Gegenzug für eine besondere Pensionskasse. Aus diesem Grund akzeptieren wir die harten Arbeitsbedingungen, die Arbeit in der Nacht, am Wochenende und in den Ferien".

Der Streik der Eisenbahner steht im Mittelpunkt der Proteste. Sie wollen den Druck auf die Regierung aufrechterhalten.

"Die Lehrer und die Eisenbahner werden an diesem Donnerstag nicht die Einzigen sein, die streiken. Hinzu kommen Krankenhausmitarbeiter, Mitarbeiter des Energiesektors, Anwälte und andere Berufssparten. Die Regierung ihrerseits hat versichert, dass sie bei dieser Rentenreform nicht nachgeben wird".

Raphaelle Vivent, euronews

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