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Jeremy Corbyn: Altlinker zwischen "Star" und "sozialistischer Gefahr"

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Jeremy Corbyn: Altlinker zwischen "Star" und "sozialistischer Gefahr"
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Corbyn führt Labour nach links

Nur wenige Politiker in Großbritannien polarisieren so sehr wie Jeremy Corbyn. Die einen feiern den Altlinken wie einen Star, seine Anhänger werden von der konservativen Presse als Corbynistas bezeichnet. Andere halten ihn sogar für gefährlich.

2015 stieg Corbyn zum Chef der Labour-Party auf. Seither führt er die Partei nach links - Kritiker sagen, in Richtung Sozialismus. Seine Top-Themen: soziale Fragen, etwa die Wohnungsnot, das Gesundheitssystem oder Bildung.

Seine Anhänger sagen, Corbyn sei ehrlich, keiner, der mit schmutzigen Polit-Tricks arbeite. Vor 30 Jahren wurde er erstmals ins Parlament gewählt. Davor war er Gewerkschafter. Auch als Politiker setzte er sich immer für die Rechte von Arbeitnehmern ein.

Daneben ist er Kriegsgegner. So hat er die Entscheidung des ehemaligen Labour-Premiers Tony Blair scharf kritisiert, an der Seite der USA in den Irak einzumarschieren.

AP
Corbyn und sein Widersacher, Premier Boris JohnsonAP

Antisemitismusvorwürfe gegen Corbyn und Labour

Kritisch ist Corbyn auch gegenüber Israel - zu kritisch, sagen manche. Immer wieder kommen Antisemitismusvorwürfe gegen ihn und seine Partei auf. Die meisten britischen Juden halten ihn selbst für antisemitisch.

Und gut die Hälfte von ihnen überlegt, Großbritannien zu verlassen, sollte Corbyn Premier werden. Manche werfen ihm auch vor, islamistische Terroranschläge nicht entschlossen und rasch genug zu verurteilen.

Unklare Haltung zum Brexit

Schon 2017 trat er bei der Parlamentswahl an. Mit zwei Punkten Abstand landete Labour hinter den konservativen Tories. Ein Erfolg für Corbyn, der den Rückstand immerhin verkleinern konnte. Allerdings trauen ihm im Moment Umfragen zufolge nur rund ein Viertel aller Briten das Amt des Premierministers zu.

Das könnte auch an seiner unklaren Haltung zum Brexit liegen. Zwar gilt Corbyn als Euroskeptiker. Allerdings stimmte er beim Referendum für den Verbleib in der EU. Sollte er die Wahl gewinnen, will er erneut mit Brüssel verhandeln. Diesmal soll es eine engere Bindung an die EU geben. Über einen solchen neuen Deal sollen die Briten dann bei einem weiteren Referendum abstimmen.