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Wahlkampf in Großbritannien - Jeremy Corbyn greift nach der Macht

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Von Ronald Krams
Wahlkampf in Großbritannien - Jeremy Corbyn greift nach der Macht

Der Name ist Programm. Die Labour-Partei steht für die arbeitende Klasse. Es ist eine Partei für Menschen mit niedrigem Einkommen. Die Gewerkschaftsbewegung stand immer im Mittelpunkt der Partei.

Ihr Parteichef ist selbst Gewerkschafter. Jeremy Corbyn zeigte seine sozialistische Haltung bereits in der Schule, seine Ansichten hat er sich trotz aller politischen Höhen und Tiefen bewahrt.

Unter seiner Führung hat die Partei Rekordmitgliederzahlen erreicht, doch die gemäßigten Politiker machen sich Sorgen über das Erstarken des extrem linken Flügels. Viele haben die Partei verlassen, Corbyn's Machtbasis in der Partei bröckelt.

Die Labour-Politik zielt darauf ab, die Rolle des Staates zu stärken und die Rechte der Arbeitnehmer zu schützen. Die Partei plädiert für die Verstaatlichung des Schienenverkehrs und anderer Versorgungsunternehmen, sowie für eine massive Erhöhung der öffentlichen Ausgaben.

Das begeistert die jüngeren Wähler. Aber die Wirtschaft befürchtet, dass das Vereinigte Königreich nicht mehr wettbewerbsfähig sein wird und mit immensen Schulden leben muss.

Die Partei steht auch in der Kritik, weil sie sich nicht mit dem Antisemitismus auseinandergesetzt hat. Einige Rassismusvorfälle haben den Wahlkampf der Labour-Partei überschattet und Corbyn selbst wurde von der jüdischen Gemeinde offen kritisiert.

Auch der Brexit bleibt ein großes Problem für Labour. Viele Anhänger auf dem Land stimmten für den Ausstieg, aber die Bewohner der großen Metropolen, in denen auch Labour Unterstützung genießt, wollen bleiben.

Aus Angst vor einer Entfremdung auf beiden Seiten will Corbyn mit Brüssel neu verhandeln und dann erneut ein Referendum abhalten. Jeremy Corbyn selbst hat sich zur Neutralität verpflichtet.

Die Labour-Partei wird sich schwer tun, eine absolute Mehrheit bei den Wahlen zu erreichen. Sie wird die Unterstützung der Anti-Brexit-Parteien benötigen, um eine Regierung zu bilden. Das wäre eine Koalition, über die die Gegner sagen, sie würde im Chaos enden.