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Streit um Rentenreform: Französische Regierung macht Zugeständnisse

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Streit um Rentenreform: Französische Regierung macht Zugeständnisse
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Die französische Regierung will nach tagelangen Streiks Zugeständnisse bei der Rentenreform machen. Premierminister Edouard Philippe kündigte in Paris zum Beispiel eine schrittweise Einführung der Änderungen an.

Mit der Reform will die Regierung das Rentensystem vereinheitlichen. Bisher gibt es 42 Einzelsysteme mit Privilegien zum Beispiel für Eisenbahner. Auf Druck der Gewerkschaften hat die Regierung die Anzahl derer, die ihre bisherigen Privilegien behalten können, vergrößert. Wer vor 1975 geboren ist, ist von der Reform nicht betroffen. Für alle Jüngeren gelten die Änderungen ab 2025. Ihre Rente wird dann anhand eines allgemein gültigen Punktesystems errechnet. Für alle, die 2022 anfangen zu arbeiten, gilt das neue System bereits ab diesem Zeitpunkt.

Regierung will Renteneintrittsalter durch Anreize anheben

Auch mit der Reform könnten die Franzosen weiterhin mit 62 aufhören zu arbeiten, so Phillippe. Sie müssen dafür aber in jedem Fall Abschläge in Kauf nehmen. Dies ist bereits heute der Fall, wenn sie nicht mindestens rund 42 Jahre gearbeitet haben. In jedem Fall abschlagsfrei kann man derzeit in Frankreich mit 67 in Rente gehen.

Mit der neuen Regelung wird dieses Alter auf 64 abgesenkt und im Laufe der Zeit an die Lebenserwartung angepasst. Im Gegenzug muss jeder, der mit 62 aufhört zu arbeiten, Abschläge in Kauf nehmen. Die Regierung will das Renteneintrittsalter so durch finanzielle Anreize anheben. Derzeit liegt es bei 62 Jahren und ist im europäischen Vergleich relativ niedrig.

Kinder-Bonus geplant

Zudem gibt es für jedes Kind automatische Rentenerhöhungen für Mütter. "Frauen werden die großen Gewinnerinnen dieses einheitlichen Systems sein", so Philippe. "Wir wissen, dass die Renten der Frauen nur etwa halb so hoch sind wie die der Männer. Wer kann das akzeptieren? Niemand."

Die Gewerkschaften hatten in der vergangenen Woche aus Protest gegen die Reform zu einem unbefristeten Generalstreik aufgerufen. Vor allem in Paris kam es zu massiven Verkehrsstörungen. Donnerstag soll weitergestreikt werden.

Die Reform war eines der Wahlversprechen von Präsident Emmanuel Macron. Sie soll Ende Januar im Kabinett verabschiedet werden. Eine Parlamentsdebatte ist für Ende Februar angesetzt.