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Drei Coronavirus-Fälle in Europa

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Drei Coronavirus-Fälle in Europa
Copyright  Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved   -   Mark Schiefelbein
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Das Corona-Virus hat jetzt auch Europa erreicht. In Frankreich werden drei Patienten behandelt, zwei in Paris, einer in Bordeaux, wie die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn mitteilte. Die Regierung werde alles unternehmen, um eine Ausbreitung des Erregers einzudämmen, sagte die Ministerin.

In Bordeaux handele es sich um einen 48-jährigen Mann, der über Wuhan aus China zurückgekehrt sei und nun im Krankenhaus behandelt werde, erklärte Buzyn. Er sei seit seiner Ankunft in Frankreich mit rund zehn Personen in Kontakt gewesen. Zu den Fällen in Paris äußerte sich die Ministerin zunächst nicht. Dem Vernehmen nach haben auch sie sich in Wuhan aufgehalten. Buzyn riet allen Reisenden, die aus China kommen, bei den kleinsten Anzeichen von Atemschwierigkeiten und Fieber sofort zu reagieren.

Bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) möchte man nicht den internationalen Notstand ausrufen - noch nicht. "Das Virus ist in China von Mensch zu Mensch übertragen worden, aber das passierte anscheinend nur innerhalb von Familien und bei medizinischem Personal, das sich um infizierte Patienten gekümmert hat", so WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Bisher gebe es keine Hinweise auf diesen Übertragungsweg in anderen Ländern.

In China sind inzwischen elf Millionen Menschen quasi unter Quarantäne, viele weitere stark in ihrem Alltag eingeschränkt, mit drastischen Mitteln versuchen chinesische Behörden, die Ausbreitung des Coronavirus aufzuhalten.

Am stärksten aber trifft es die Bürger von Wuhan. Die Stadt ist derzeit abgeriegelt. Starke Einschränkungen gibt es auch in zahlreichen anderen chinesischen Städten, in denen unter anderem der Nahverkehr gestoppt wurde.

Über 800 Menschen haben sich mit dem Virus infiziert, das gefährliche Lungenkrankheiten hervorrufen kann. Mehr als 25 sind bereits gestorben, zumeist ältere Personen mit Vorerkrankungen.

Für viele der 37 Millionen Menschen in China, deren Bewegungsmöglichkeiten derzeit eingeschränkt sind, ist die Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest am Wochenende ist jedenfalls abgesagt.

Das Coronavirus ist nach derzeitigen Erkenntnissen verwandt mit dem Sars-Erreger. Dieser hatte sich Anfang der 2000er-Jahre weltweit verbreitet. Etwa 800 Menschen starben damals an den Folgen der Infektion.