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EU-Parlament: Ein Nachrücker mit einer Mission

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EU-Parlament: Ein Nachrücker mit einer Mission
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Wenn Großbritannien am Freitag die Europäische Union verlässt, werden auch 73 britische Abgeordnete das EU-Parlament verlassen. Das Parlament wird um 46 Sitze verkleinert, 27 Sitze werden neu vergeben. euronews Reporterin Anelise Borges hat mit dem Nachrücker Sandro Gozi gesprochen, er gehört der liberalen Fraktion Renew Europe an.

Mit seiner Sympathie für alles Französische hat sich der Italiener zu Hause nicht viele Freunde gemacht. Der ehemalige italienische Minister für europäische Angelegenheiten mit reichlich Erfahrung in Brüssel hat sich über die französische Liste der Partei Emmanuel Macron’s ins Europäische Parlament wählen lassen.

Sandro Gozi, Italiener und als französischer abgeordneter im Europaparlament

"Meine Entscheidung ist sehr europäisch - und vorübergehend. Wir sollen Europas Bürger vertreten. Seit 1979 können die Europäer in einem anderen Land wählen - und gewählt werden. Bisher ist das nur nicht passiert, oder besser gesagt, nur wenige haben sich woanders zur Wahl gestellt. Ich möchte diese neue Art, diese transnationale Politik, eine wirklich europäische Politik verkörpern. Wir müssen eine europäische politische Bewegung aufbauen".

Die neuen Abgeordneten werden das Gleichgewicht unter den großen Fraktionen in Brüssel und Straßburg verändern. Vor allem die Mittelmeerländer profitieren – Italien, Spanien und Frankreich erhalten je 5 Sitze mehr, und das erhöht vor allem das politische Gewicht des französischen Präsidenten Präsident Emmanuel Macron.

Sandro Gozi

"Ich halte den Brexit für eine sehr schlechte Entscheidung, ein historischer Fehler. Aber wir müssen sie respektieren, schließlich haben sich die Briten zweimal - erst im Referendum und dann in einer allgemeinen Wahl – entschieden, zu gehen. Ich bedauere es, aber ich muss es respektieren. Für mich war es insofern eine gute Sache, dass ich Mitglied des Europäischen Parlaments geworden bin – als sehr engagierter Pro-Europäer. Das ist etwas, was ich schon immer tun wollte - an dem Ort zu arbeiten, wo die europäische Demokratie lebt".

Seine Fraktion Renew Europe hat sich die Erneuerung Europas auf die Fahnen geschrieben. Die Krisen der EU haben für Gozi viele Defizite offenbart. Gozi geht hart ins Gericht mit Europa - und beschreibt seine Motivation:

Sandro Gozi

"Ich meine, Europa existiert gerade dort nicht, wo wir es dringend brauchen. Da ist kein Europa in der Außenpolitik ... nicht einmal bei den globalen Herausforderungen. Kein Europa bei der Verteidigung - das müssen wir aufbauen. Wenn Europa kritisiert wird, dann genau deshalb, weil es da nicht vorhanden ist. Europa muss seine eigene Position finden, es muss sich legitimieren. Es gibt so viele Herausforderungen, die von den Nationalstaaten nicht bewältigt werden können. Wenn wir über den Brexit sprechen… der wirkliche Weg, die Kontrolle wieder zu erlangen, darin besteht, ein Europa aufzubauen, das wir brauchen, und nicht darin, Europa zu verlassen".

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