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Keine Kabelbäume für Hyundai: Coronavirus bedroht globale Lieferketten

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Keine Kabelbäume für Hyundai: Coronavirus bedroht globale Lieferketten
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Airlines fliegen nicht mehr nach China, die Bänder von Volkswagen, BMW, Volvo, Toyota oder Tesla in dem Land wurden angehalten, Apple schließt dort vorübergehend seine Geschäfte und fürchtet um die Markteinführung des jüngsten iPhones 9 (iPhone SE2).

Die Sorge vor den wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus wächst – in China selbst, wo große Veranstaltungen zum chinesischen Jahreswechsel abgesagt wurden und bei den Kunden rund um den Globus. Rund 2.000 Starbucks-Filialen blieben bis auf Weiteres zu, hunderte McDonald's-Restaurants, 130 Shops der Modekette Uniqlo und alle 30 Ikea -Möbelhäuser. Die chinesische Regierung hat die Feiertage bis zum zweiten, in manchen Städten bis zum neunten Februar verlängert.

Gleichzeitig kämpft Peking mit drastischen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus. In der zentralchinesischen Provinz Wuhan sind rund 45 Millionen Einwohner von der Außenwelt abgeschnitten, die Verkehrsverbindungen sind gekappt. Die 11-Millionen-Stadt selbst ist wie ausgestorben – und Foxconn, der weltgrößte Elektronikhersteller und Lieferant für Produzenten rund um den Globus, liegt nur 500 Kilometer entfernt.

KEINE KABELBÄUME AUS CHINA

Dazu kommt: Die Region um Wuhan ist Heimat eines Großteils der chinesischen Wanderarbeiter, die erst nach den Feiertagen in die Haupt-Produktionsorte für die internationalen Lieferketten in den Großräumen Shanghai,Peking und Südchina zurückkommen – wenn sie denn kommen. Ein längerer Stillstand könnte vor allem Lieferketten in der Chemie, im Fahrzeugbau, in der Textilbranche und der Elektronik unterbrechen, so Ökonomen der Allianz. Warnendes Beispiel: der südkoreanische Hersteller Hyundai Motor. Er kündigte an, seine gesamte Produktion in Südkorea noch in dieser Woche auszusetzen: Keine Kabelbäume aus China.

"HEFTIGER ALS SARS VOR 17 JAHREN"

"Mit der weiteren Ausbreitung des Coronavirus innerhalb Chinas und darüber hinaus in Asien werden auch die wirtschaftlichen Kosten zunehmen», sagt DIW-Präsident Marcel Fratzscher. Zwar liessen sich die konjunkturellen Folgen nach Ansicht von Ökonomen derzeit noch nicht beziffern. Doch dürften sie heftiger ausfallen als bei der Infektionskrankheit Sars vor 17 Jahren, die ebenfalls in China ausgebrochen war. Damals litt der Binnenhandel deutlich und an den Aktienmärkten kam es zu Verlusten. Die sechs Monate dauernde Krise kostete China schließlich etwa ein Prozent Wachstum des Bruttoinlandsprodukts.

Und Mediziner sagen den Höhepunkt der Krise erst für Mitte April voraus.