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Kosmetik aus Trester: EU-Projekt verwertet Abfall der Weinherstellung

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Kosmetik aus Trester: EU-Projekt verwertet Abfall der Weinherstellung
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Mit den hier wachsenden Weintrauben wird nicht nur Wein, sondern auch Kosmetik produziert. Dank eines von der Europäischen Union geförderten Projekts verwandeln Winzer, Unternehmer und Forscher aus mehreren Ländern des Mittelmeerraums Trester in kosmetische Produkte. Thema in dieser Folge von Smart Regions.

Auf dem sardischen Weingut Argiolas werden jedes Jahr 5000 Tonnen Trauben verarbeitet. Die einheimischen Sorten sind Teil einer Kreislaufwirtschaft: Aus dem Trester werden Kosmetika und gesunde Produkte hergestellt - dank BESTMEDGRAPE, einem europäischen Projekt, das Winzer, Forscher und Unternehmer aus mehreren Mittelmeerländern zusammenbringt.

"Der Mittelmeerraum ist die Wiege der weltweiten Weinkultur", meint Argiolas-Winzer Mariano Murru. "Was uns unter anderem dazu bewegt hat, an dem Projekt teilzunehmen, war die Möglichkeit, uns mit anderen Unternehmen im Mittelmeerraum zu vergleichen. Durch den Austausch von Informationen, Erfahrungen und Traditionen können wir uns weiterentwickeln."

Das grenzüberschreitende Projekt im Mittelmeerraum startete 2019 mit einem Gesamtbudget von 3,3 Millionen Euro. 80 Prozent werden von der Europäischen Union finanziert, 700.000 Euro, die übrigen 20 Prozent, kommen von den Projektpartnern.

8 Partner aus 5 Ländern

Die acht Partner des EU-Projekts kommen aus Italien, Frankreich, Tunesien, dem Libanon und Jordanien. Zudem gibt es Kooperationen mit Organisationen im Iran und Palästina.

Die Universität von Cagliari koordiniert das Projekt: Im dortigen Labor werden die Traubenstiele, -häute und -kerne wissenschaftlich untersucht:

"Wir entwickeln Nahrungsmittelergänzungsprodukte und Kosmetika, d.h. Präparate, die entweder oral eingenommen oder auf die Haut aufgetragen werden, die gut für unsere Gesundheit sind und den Körper vor 'oxidativem Stress' schützen", erklärt Maria Manconi, wissenschaftliche Koordinatorin BESTMEDGRAPE.

Unternehmen können von Forschungsergebnissen profitieren

Ab Herbst können 150 potentiell interessierte Unternehmer aus den fünf teilnehmenden Ländern von den Forschungsergebnissen profitieren. Die Zusammenarbeit erfolgt über Workshops in sogenannten "Living Labs".

Partnerunternehmen wie Icnoderm entwickeln Produkt-Prototypen, die aus dem Trester gewonnen werden: Mitgründer Marco Zaru erklärt die Rolle, die die Firma im EU-Projekt spielt:

"Unsere Aufgabe in diesem Projekt besteht darin, an dem kommerziellen Entwicklungspotenzial zu arbeiten. Denn um die Forschungsergebnisse und einen so wichtigen Rohstoff wie die Reben voll ausnutzen zu können, braucht es die Grundlage einer industriellen Fertigung der Produkte."

Das EU-Projekt verbindet nicht nur Weinbautraditionen, Innovation und Kreislaufwirtschaft, sondern auch Unternehmen im Mittelmeerraum.