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Trotz Kritik zu 200. Pegida-Demo? Höcke gewinnt bei AfD an Einfluss

Trotz Kritik zu 200. Pegida-Demo? Höcke gewinnt bei AfD an Einfluss
Copyright  AP Photo/dpa,Hendrik Schmidt
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Zu Wort gemeldet hat sich Björn Höcke in den vergangenen Tagen kaum. Der als rechtsextrem eingestufte AfD-Chef von Thüringen hat nach dem Wahldebakel im Landtag in Erfurt innerhalb seiner Partei aber an Einfluss gewonnen. An diesem Montag will Höcke trotz Kritik aus den eigenen Reihen an der 200. Pegida-Demo in Dresden teilnehmen.

Angeführt werden die als rassistisch geltenden "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (PEGIDA) vom wegen Volksverhetzung und Drogenhandel vorbestraften Lutz Bachmann.

Alexander Wolf, der AfD-Fraktionsvorsitzende von Hamburg, wo am kommenden Sonntag gewählt wird, wollte Höcke von der Teilnahme abhalten. Er sprach davon, dass bei Pegida "möglicherweise negative Bilder entstehen könnten, die der AfD angelastet werden". Wolf erinnerte auch an den "Trauermarsch" von Chemnitz 2018. Dort waren die AfD-Politiker Björn Höcke und Andreas Kalbitz zusammen mit Neonazis aufmarschiert.

Auch der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen warnte Höcke vor einer Teilnahme an der Pegida-Veranstaltung. Gleichzeitig hat Meuthen offenbar seine Meinung zu Höckes Gruppe "Flügel", die vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall für rechtsextremistische Bestrebungen gesehen wird, offenbar geändert. Im vergangenen Jahr hatte sich die AfD-Führung noch von Höckes "Flügel" distanziert. Jetzt sagte Meuten in Böblingen, er kenne viele Leute, die sich dem "Flügel" zugehörig fühlten, mit denen man sich vernünftig austauschen könne.

Vor zwei Jahren hatte Jörg Meuthen schon eine Annäherung an die fremden- und islamfeindliche Pegida angedacht, damals aber den Rückzug von Lutz Bachmann als Bedingung gestellt.

In Böblingen wurde am Samstag die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel zur AfD-Chefin von Baden-Württemberg gewählt. Auch sie sprach in den vergangenen Tagen nur noch vom Erfolg von Björn Höcke und scheint ihre Kritik beiseite gelegt zu haben.

Unter dem Motto «Demokratie braucht Rückgrat» rufen die Dresdner CDU und FDP sowie die Sächsische Bibliotheksgesellschaft (SäBiG) gleichzeitig mit der Pegida-Demo zu einer Gegen-Kundgebung auf.

Am Samstag hatte es in Erfurt und in Dresden Proteste gegen einen Rechtsruck und gegen das Paktieren der anderen Parteien mit der AfD gegeben.