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25.000 Hassmails gegen aus Bosnien geflüchtete Ministerin Alma Zadic

25.000 Hassmails gegen aus Bosnien geflüchtete Ministerin Alma Zadic
Copyright  Denis LOVROVIC / AFP
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Als sie zehn Jahre alt war, ist Alma Zadic mit ihren Eltern nach Österreich gekommen. Sie waren vor dem Bosnienkrieg aus Tuzla geflohen. Heute ist die promovierte Juristin österrreichische Justizministerin. Oft wird über die Politierkin der Grünen geschrieben, sie sei die erste Ministerin "mit Migrationshintergrund". Sie ist aber schon länger in der Politik und seit 2017 Abgeordnete im Parlament in Wien.

Flut von Hass und Hetze gegen Alma Zadić

Seit seit sie im Januar angelobt wurde, hat Alma Zadić unglaubliche viele, nämlich 25.000 Hassmails von strafrechtlicher Relevanz, darunter auch Morddrohungen, bekommen. In einem Interview sagte die Ministerin jetzt: "Sehr viele darunter mit Klarnamen. Wir überlegen noch, wie wir das aufarbeiten."

Der Kampf der Ministerin gegen Hass im Internet hat weltweit Aufsehen erregt. Es gibt einen Artikel über Alma Zadic in der New York Times - und auch viele andere internationale Medien berichten.

Oe24 veröffentlicht Auszüge aus dem Interview der Justizministerin mit dem neuen Magazin Insider.

Alma Zadic sagt: "Ich bin ja nicht die Einzige. Es sind vor allem junge Frauen, Menschen mit Migra­tionshintergrund oder einer bestimmten Religion, die stark betroffen sind von Hass, Gewalt oder Mobbing im Netz. Denen müssen wir uns widmen. Da treibe ich zweierlei voran: Opfern die Möglichkeit geben, sich zu wehren – auch im Wege des Strafrechts. Und man muss die sozialen Netzwerke stärker in die Pflicht nehmen."

So hofft die Ministerin darauf, dass Facebook und Co Hetze und Hass in Zukunft schneller löschen, als das bisher der Fall ist.

Seit 2016 gibt es bei der Staatsanwaltschaft Wien eine Sondergruppe, die gezielt gegen Hass im Netz vorgeht. Im vergangenen Jahr sind dort 525 Menschen wegen Verhetzung und NS-Verherrlichung in den Fokus geraten, 78 Personen wurden angeklagt. Aufgrund der vielen Hassbotschaften gegen Zadić geht die Staatsanwaltschaft bereits jetzt von deutlich höheren Fallzahlen für 2020 aus.

Immerhin wurden auch die Tweets von Alma Zadic nach dem riesigen Shitstorm tausendfach geteilt.