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Ganzes Land zur Sperrzone erklärt: Hamsterkäufe in Italien

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Ganzes Land zur Sperrzone erklärt: Hamsterkäufe in Italien
Copyright  Claudio Furlan/LaPresse
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Lange Schlangen vor Italiens Supermärkten: Nachdem die Regierung die Sperrmaßnahmen vom Norden aufs ganze Land ausgeweitet hat, decken sich die Menschen mit Lebensmitteln ein.

Knapp 10.000 Infizierte

Über 460 Coronavirus-Tote hat Italien zu beklagen, die Zahl der Infizierten nähert sich der 10.000-Marke. Deshalb können sich von nun an alle 60 Millionen Italiener nicht mehr frei bewegen – bis mindestens 3. April.

"Ich werde ein Dekret unterschreiben, das man mit einer Botschaft zusammenfassen kann: Ich bleibe zu Hause", erklärte Ministerpräsident Giuseppe Conte gestern Abend. "Es wird keine rote Zone mehr geben, keine Zone 1 oder Zone 2 auf der Halbinsel. Es gibt nur Italien. Italien als Schutzzone."

Reisen darf man nur noch aus beruflichen Gründen oder in Notfällen. Öffentliche Versammlungen sind verboten, Schulen, Kinos und Museen geschlossen. Auch das Nachtleben soll ruhen. Um die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft zu schützen, dürfe man keine Zeit verlieren, so Contes Begründung.

Coronavirus in allen EU-Ländern

Nachdem auch Zypern erste Fälle gemeldet hat, sind nun alle EU-Länder vom Coronavirus betroffen – am stärksten Italien, gefolgt von Frankreich, Deutschland und Spanien. 28 Spanier sind bereits am Coronavirus gestorben.

In Madrid und im Baskenland wurden alle Schulen geschlossen – für viele Familien eine echte Herausforderung. "Wir wissen nicht, wie wir das hinbekommen sollen", sagt eine Mutter im Baskenland. "Wir können die Kinder ja auch nicht bei den Großeltern lassen, die so anfällig für das Virus sind. Das ist ein Teufelskreis."

Zwei Todefälle in Deutschland

Auch in Deutschland wurden am Montag die ersten Todesfälle gemeldet – eine 89-jährige Frau aus Essen und 78-jähriger Mann aus dem Kreis Heinsberg.

Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte einen entschlossenen Kampf gegen die Epidemie. Ziel sei es, das Tempo der Ausbreitung zu verlangsamen und die Forschung voranzutreiben.

In Frankreich ist die Zahl der Todesopfer auf 30 gestiegen, die Behörden versuchen zu beruhigen und die Zahlen im Verhältnis zu sehen: "Wir sind froh, dass weltweit 62.000 Patienten genesen sind. Laut WHO gelten über 70 Prozent der Infizierten heute als geheilt, so Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon.

Grand Princess legt an

Gute Nachrichten gibt es auch für die 3500 Passagiere der Grand Princess. Wegen mehrerer Coronavirus-Fälle an Bord saßen sie fünf Tagen vor Kaliforniens Küste fest. Jetzt durfte das Kreuzfahrtschiff anlegen.

Die Erkrankten werden in Kliniken gebracht – alle anderen in ihre Wohnungen oder auf ein Armeegelände, wo sie mindestens 14 Tage lang unter Quarantäne stehen.

Vor einigen Tagen hatte ein Notfallteam Coronavirus-Tests mit einer waghalsigen Helikoptereinsatz auf das Schiff vor der US-Küste gebracht.