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State of the Union: Coronavirus, Putin, Femen, Erdogan

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State of the Union: Coronavirus, Putin, Femen, Erdogan
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In dieser Ausgabe von State of the Union, unserem europäischen Wochenrückblick:

Das Coronavirus grassiert weiter - Italien als Epizentrum in Europa

Putin forever! Verfassungsänderungen auf russisch

Und: Erdogan und der Mantel der Geschichte.

Dazu das folgende Exklusiv-Interview mit der Chefin der radikal-feministischen Gruppe Femen, Inna Schewschenko, das Euronews-Korrespondentin Ana Lazaro in Amsterdam führte.

Euronews: Was macht Gruppen wie Femen populär?

Schewschenko: "Der Grund, dass jetzt Frauen massiv auf die Straße gehen, das wir ihre Stimmen überall hören, ist der, dass es einen Rückschritt bei den Rechten von Frauen gibt.

Während wir hier sitzen, ist häusliche Gewalt in Russland nicht strafbar.

In der Türkei wird derzeit ein Gesetzesvorschlag beraten, wonach Vergewaltiger straffrei ausgehen, wenn sie ihr Opfer heiraten.

Gewalt gegen Frauen findet überall statt, in Ländern wie Russland und der Ukraine, selbst in Ländern, die ich als feministische Staaten ansehe wie mein Exil-Land Frankreich."

Euronews: Wir würden gerne ihre Meinung hören zufolgenden Themen:

FRAUENTAG - Schewschenko: "So wichtig wie jeder andere Kampftag."

LEIHMUTTERSCHAFT - Schewschenko: "Solange dabei Geld eine Rolle spielt, ist es nur eine andere Art der Ausbeutung von Frauen und ihrer Körper."

RELIGION - Schewschenko: "Religion, so wie wir sie kennen, exklusiv von Männern, errichtet um einen männlichen Gotteskult, ist eine Manifestation eines Patriarchats in seiner übelsten Form."

URSULA VON DER LEYEN - Schewschenko: "Wenn immer eine Frau eine Machtposition übernimmt, empfinde ich Freude und Hoffnung.

Aber nur wenn diese Frauen anschließend auch Frauenpolitik ausüben, nicht nach männlichen Regeln spielen, sondern diese Regeln verändern und im Namen von Frauen sprechen.

Lassen wir uns die Dinge also beobachten."

RECHTSRUCK IN EUROPA - Schewschenko: "Die äußerste Rechte, die gerade in Europa Zulauf bekommt, bringt die Vision von alten Zeiten zurück. Von einer Welt, die von Männern für Männer geschaffen wurde.

Von einer Welt, die traditionelle Geschlechterrollen festgesetzt hat, bei denen Frauen spezifische Rollen zugewiesen wurden. Und das ist stets ein Rückschritt für die Rechte von Frauen."

Euronews: Femen nutzt den Frauenkörper als Waffe. Das ist kontrovers. Einige Männer sehen das als sexuelle Ablenkung. Viele Frauen fühlen sich dabei ungemütlich. Glauben Sie, dass ihre Botschaft wirklich gehört wird?

Schewschenko: "Die einzige Tatsache, dass sich Menschen ungemütlich fühlen, wenn sie den weiblichen Körper in einem politischen Kontext sehen und nicht im üblichen sexuellen Kontext zeigt nur, wie tief dieses Problem sitzt.

Nämlich die Wahrnehmung von Frauen und ihrer Sexualität per se. Wir leben immer noch in einer Gesellschaft, wo eine Mehrheit einen nackten Frauenkörper per Definition als Sexobjekt wahrnimmt."