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Coronavirus-Pandemie: Schweiz schließt Läden und Gaststätten

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Eine geschlossene Schule in Lausanne
Eine geschlossene Schule in Lausanne   -   Copyright  Jean-Christophe Bott/AP
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Die Schweiz hat die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verschärft: Bundesweit werden alle Läden, Restaurants und Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe ab Mitternacht bis zum 19. April geschlossen. Dies teilten Mitglieder des Bundesrats in Bern mit.

Zudem sollen Geschäfte geschlossen werden, in denen nicht ausreichend Abstand gehalten werden kann, zum Beispiel Frisörsalons. Von der Regelung ausgenommen seien Lebensmittelgeschäfte, Tankstellen, Apotheken und weitere dringend benötigte Einrichtungen und Geschäfte.

Präsidentin Simonetta Sommaruga appellierte, Maßnahmen wie das Abstandhalten ernst zu nehmen: "Es geht heute darum, der Bevölkerung aufzuzeigen, warum jede und jeder von uns auch betroffen sein kann. Wenn die Kapazitäten in den Spitälern nicht vorhanden sind, dann kann man auch andere Operationen nicht mehr dürchführen." Weiter sagte sie: "Es ist wichtig für den Bundesrat, dass die Bevölkerung merkt, es braucht jeden einzelnen, auch wenn man sich selber nicht unmittelbar davon betroffen fühlt."

Kontrollen und strengere Einreisebeschränkungen

Zudem soll es ab Kontrollen an den Grenzen zu Deutschland, Österreich und Frankreich geben. Einreisen dürften nur Schweizer, Menschen mit Aufenthaltsgenehmigung und beruflich Reisende. Der Transit- und Warenverkehr ist weiter erlaubt. Zuvor galten diese Maßnahmen bereits für die Grenze mit Italien. Der Bundesrat forderte Schweizer zudem dazu auf, aus dem Ausland nach Hause zurückzukehren.

In den Schulen war der Unterricht bereits zuvor abgesagt worden. Der Bundesrat wies die Kantone an, für die Betreuung von Kindern zu sorgen. Kindertagesstätten dürften nur geschlossen werden, wenn es Ausweichmöglichkeiten für die Betreuung gäbe.

10 Milliarden Franken Soforthilfe

In der vergangenen Woche waren Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen verboten worden. Zudem sagte der Bundesrat zehn Milliarden Franken (rund 9,5 Mrd. Euro) als Soforthilfe zu. Darunter Entschädigung für Kurzarbeit und Unterstützung für Sport- und Kulturbetriebe.

Der Bundesrat stufte die Situation in der Schweiz am Montag gemä´ß Epidemiengesetz als "außerordentliche Lage" ein. Zuvor hatten bereits einige Kantone das öffentliche Leben derart eingeschränkt.

Die Frühjahrssession der Bundesversammlung, das Schweizer Parlament, ist zudem ausgesetzt. Sie sollte eigentlich bis zum 20. März laufen. Außerdem leistet die Armee Unterstützung bei der medizinischen Versorgung.

Die Schweiz ist in Europa eines der am meisten von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Länder. Etwa 2200 Menschen wurden laut den eidgenössischen Behörden positiv getestet. Es gab bisher 18 Tote.