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Schwere Rezession in Deutschland und Frankreich befürchtet

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Schwere Rezession in Deutschland und Frankreich befürchtet
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Die beiden größten Volkswirtschaften der Eurozone versinken gerade in einer historischen Rezession. Jahrelange Wachstumsanstrengungen in Deutschland und Frankreich haben sich in Monaten in Luft aufgelöst, stärkste Rückgänge werden prognostiziert.

In Deutschland geht das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal um voraussichtlich fast 10 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück. So rechnen die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute wie das Münchner IFO-Institut wegen des Shutdowns aufgrund der Corona-Pandemie mit einem BIP-Einbruch von 9,8 Prozent. Im gesamten Jahr wird die Wirtschaftsleistung laut Prognosen um 4,2 Prozent schrumpfen.

Rückgang doppelt so groß wie in Finanzkrise

Timo Wollmershäuser, Konjunkturchef am IFO-Institut: "Dies ist der größte Rückgang in Deutschland seit Beginn unserer vierteljährlichen Messungen im Jahr 1970 - doppelt so groß wie während der Finanzkrise im ersten Quartal 2009."

Für jede Woche der landesweiten Kontaktsperre im März rechnet die französische Zentralbank mit rund einem Drittel weniger Geschäftstätigkeit. Und insgesamt mit einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts um 6 Prozent im ersten Quartal. Der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire sagte: "Ich glaube nicht, dass ich dem französischen Volk jemals etwas vorgemacht habe: diese Wirtschaftskrise kann in Bezug auf ihre Ernsthaftigkeit, ihre globale Natur und ihre Dauer nur mit der Krise von 1929 verglichen werden ."

WTO: Rückgang zu Vor-Corona-Zeiten 2021 möglich

Die internationalen Warenströme könnten im laufenden Jahr um bis zu 32 Prozent einbrechen, fürchtet die Welthandelnorganisation WTO. Generaldirektor Roberto Azevêdo: "Wenn die Pandemie relativ bald unter Kontrolle gebracht wird und die richtige Politik einsetzt, könnten Handel und Produktion bereits 2021 nahezu auf ihren Weg vor der Pandemie zurückkehren. Also nächstes Jahr."

Vorher gilt aber: erst überleben, dann warm anziehen. Azevêdo: "Das wird wohl die tiefste wirtschaftliche Rezession zu unseren Lebzeiten."