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Merkel: "Dürfen uns keine Sekunde in Sicherheit wiegen"

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Merkel: "Dürfen uns keine Sekunde in Sicherheit wiegen"
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In der Debatte um eine Lockerung der Corona-Maßnahmen warnt Angela Merkel vor einem zu laxen Umgang mit der Krise. „Wir dürfen uns keine Sekunde in Sicherheit wiegen“, sagte die deutsche Kanzlerin nach einer Sitzung des Corona-Krisenkabinetts.

Diese Sicherheit sei "trügerisch". Sollten die Infektionszahlen wieder in die Höhe schnellen, sei ein zweiter Shutdown nötig.

Merkel kritisiert "Öffnungsdiskussionsorgien"

„Es wäre jammerschade, wenn wir sehenden Auges in einen Rückfall gehen", so Merkel weiter. Sie mahnte die Bundesländer, die Beschränkungen nicht zu schnell und weitgehend zu lockern. "Es kann auch ein Fehler sein, dass man zu schnell voranschreitet."

Mit den harten Maßnahmen sei viel erreicht worden, und die Reproduktionszahl der Infektionsketten sei unter 1 gedrückt worden, so Merkel. Sie dankte allen Bürgern für ihr Engagement. Man dürfe jetzt nicht nachlassen.

Schon vor der Sitzung hatte die Regierungschefin die Diskussionen über weitergehende Lockerungen der Beschränkungen scharf kritisiert. In einer Schaltkonferenz mit dem CDU-Präsidium sprach sie Teilnehmern zufolge von "Öffnungsdiskussionsorgien". Dies erhöhe das Risiko eines Rückfalls sehr stark.

FDP: "Auch Merkel steht nicht über Gesetz"

Merkels Äußerung über "Öffnungsdiskussionsorgien" sorgte bei der oppositionellen FDP für Empörung.

"Auch die Bundeskanzlerin steht nicht über dem Gesetz. Angela Merkel maßt sich in der Corona-Krise Regelungskompetenzen an, die sie nicht hat", sagte Parteivize Wolfgang Kubicki am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Zuständig seien nach dem Infektionsschutzgesetz die Länder.

Wer öffnen darf

In Deutschland dürfen seit heute kleine und mittlere Geschäfte bis zu einer Fläche von 800 Quadratmetern wieder öffnen. Buchhandlungen, Autohäuser und Fahrradhändler dürfen alle wieder aufmachen. Die Details hängen allerdings von Bundesland und Branche ab.

In Sachsen gehen auch die ersten Abschlussklassen wieder zur Schule, NRW folgt am Donnerstag. Die strikten Kontakt- und Abstandsregeln sollen allerdings mindestens bis zum 3. Mai weiter gelten.

4.420 Todesfälle

Eine deutschlandweite Maskenpflicht gibt es nicht. Sachsen und Bayern verpflichten ihre Bürger aber zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes etwa beim Einkaufen oder im öffentlichen Nahverkehr.

In Deutschland sind bisher mehr als 142.400 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden, mindestens 4.420 Menschen sind gestorben.