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Schutzlos in Weißrussland: "Der Präsident wird niemand sterben lassen."

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Schutzlos in Weißrussland: "Der Präsident wird niemand sterben lassen."
Copyright  AP Photo/Sergei Grits
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Nationaler Feiertag "Raduniza" in Weißrussland. Mund-Nase-Schutz ist in der Öffentlichkeit praktisch nicht zu sehen. Die Masken sind nicht etwa Mangelware, sondern einfach nicht gefragt.

Und das, obwohl Menschen an Raduniza massenweise auf Friedhöfe strömen, um ihre verstorbenen Angehörigen zu ehren und an ihren Gräbern festlich zu tafeln.

Soziale Distanz und Hygieneregeln gehören tatsächlich immer noch nicht zum Konzept des autoritär regierenden Staatschefs Alexander Lukaschenko.

Trotz entsprechender Warnungen der Weltgesundheitsorganisation, redet Lukaschenko das Coronavirus klein und tut die Maßnahmen gegen die Pandemie als "Psychose" ab.

Auch Rentnerin Liliya Malinovskaya kam auf diesen Friedhof, um ihre verstorbenen Liebsten zu ehren. Ihr Rezept in der Coronakrise: "Das Wichtigste ist, optimistisch zu bleiben und keine Angst zu haben. Sicherheitshinweise sollte man beachten, aber auch den Glauben an sich selbst. Wir werden nicht krank. Das liegt auch an unseren Ärzten und an unserem Präsidenten. Er wird niemand sterben lassen."

Mit schlechtem Beispiel voran

Lukaschenko demonstriert in der Krise ungebrochenVolksnähe. Ob beim Eishockey oder als Aufforster eines Pinienwaldes beim Subbotnik, dem kollektiven Arbeitseinsatz nach Sowjet-Tradition, zu dem Lukaschenko alle Weißrussen inmitten der Pandemie aufgerufen hatte.

Über 12.000 bestätigte Infektionen und rund 80 Todesopfer gibt es in Weißrussland laut der Johns-Hopkins-Universität. Das sind deutlich höhere Zahlen als in der benachbarten Ukraine, die vier Mal bevölkerungsreicher ist (Stand Mittwochnachmittag MEZ).

Die Inzidenz, also die Fälle pro 100.000 Einwohner, im Vergleich:

Spanien 453

Deutschland 187

Österreich 169

Weißrussland 119

Polen 31

Ukraine 21