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Boom im Gazastreifen: Schutzmasken für Europa

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Gaza Masks
Gaza Masks   -   Copyright  Adel Hana/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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Vierzehn Jahre Konflikt und Blockade haben die Schließung vieler Fabriken und Unternehmen im Gazastreifen erzwungen. Arbeitsplätze sind rar.

Obwohl das palästinensische Gebiet von der Coronavirus-Pandemie relativ unberührt ist, sind die wirtschaftlichen Bedingungen insgesamt noch härter geworden. Aber für einige kleine Textilunternehmen hat es einen Aufschwung gebracht.

Ala,a Ismael Jahjouh ist Inhaber einer Textilwerkstatt: "Wir exportieren unsere Masken und Schutzanzüge in großen Mengen nach Israel. Dann werden sie nach Europa exportiert. Wir produzieren 5.000 Masken und 500 Schutzanzüge pro Tag. Unsere Produktion war eingestellt worden, aber das Coronavirus kam und brachte uns Arbeit. Wir haben die Kapazität, viel mehr zu arbeiten und zu produzieren."

Da der Gazastreifen bisher von den Abriegelungen verschont geblieben ist, die in anderen Teilen der Welt zu beobachten sind, florieren einige Produktionsunternehmen.

Schneider Abd Al Raouf Abu Asi berichtete: "Wir leben im Belagerungszustand, und das hat für uns als Schneider und andere Arbeiter große Auswirkungen gehabt. Das Coronavirus hat überall eine neue Realität erschaffen, aber für uns gibt es jetzt auch neue Arbeitsmöglichkeiten. Diese Jobs gab es vorher nicht. Jetzt stellen viele Werkstätten Schutzkleidung her und exportieren sie nach Israel."

Tagelöhner sind schlechter dran

Doch während die Pandemie die Aussichten einiger weniger Industriezweige verbessert hat, leiden die Gelegenheitsarbeiter in anderen Wirtschaftssektoren aufgrund der weitreichenden Auswirkungen auf die Region.

Das besorgt Abu Mudalala, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Al-Azhar-Universität in Gaza: "Schätzungen deuten jetzt darauf hin, dass zu den Arbeitslosen noch Tagelöhner hinzugekommen sind, wodurch sich die Arbeitslosenquote auf über 70 Prozent erhöht hat."

Und sollte es zu einem größeren Covid-19-Ausbruch kommen, warnten die Vereinten Nationen bereits davor, dass Gaza nicht nur wirtschaftlichen Konsequenzen, sondern auch einer humanitären Katastrophe gegenüberstehen würde.