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Dutzende Tote in Lastern: "Uns kommen die Leichen zu den Ohren raus"

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Dutzende Tote in Lastern: "Uns kommen die Leichen zu den Ohren raus"
Copyright  Craig Ruttle/AP
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In New York sind Dutzende Leichen in Lastwagen und Transportern gefunden worden. Ein Bestattungsunternehmen in Brooklyn hatte die Fahrzeuge angemietet, weil es in den eigenen Räumen nicht mehr genug Platz hatte.

Anwohner bemerkten Verwesungsgeruch

Außerdem sei sein Kühlraum ausgefallen, sagte der Besitzer der Firma gegenüber der "New York Times". "Mir ist der Platz ausgegangen. Uns kommen die Leichen zu den Ohren raus."

Anwohner hatten wegen des starken Verwesungsgeruchs die Polizei alarmiert. Diese fand mindestens 60 Körper, die in Leichensäcken gestapelt und auf Eis gelegt worden waren. Inzwischen wurden die Leichen umgelagert.

Angesichts der Krise ist es Bestattern in den USA erlaubt, Tote in Kühllastern aufzubahren. Mindestens einer der Transporter in Brooklyn war aber ungekühlt. Der grausige Fund sei "schrecklich" und "absolut inakzeptabel", sagte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio. "Ich habe keine Ahnung, wie irgendein Bestattungsinstitut so etwas geschehen lassen kann."

Über 17.800 Tote in New York

New York ist mit 17.866 bestätigten und "wahrscheinlichen" Covid-19-Toten das Epizentrum der Pandemie in den USA. Das Schlimmste scheint allerdings vorbei.

Am Donnerstag verkündete Gouverneur Andrew Cuomo 306 neue Todesfälle im Bundesstaat New York, in dem die gleichnamige Millionenmetropole liegt - so wenige wie seit rund vier Wochen nicht. Auch die Zahlen der Neu-Infizierten und der im Krankenhaus liegenden Patienten sanken weiter.

Virus aus Labor: Trump will "Beweise" gesehen haben

Derweil befeuerte US-Präsident Donald Trump die These, das Coronavirus könnte aus einem Labor im chinesischen Wuhan stammen. Er habe entsprechende "Beweise" gesehen.

Trump spricht vom Institut für Virologie in der Stadt Wuhan, die Ausgangspunkt der Pandemie war. Der Leiter des Labors, Yuan Zhiming, hatte die Vorwürfe bereits vor mehreren Tagen zurückgewiesen.

Trump wetterte außerdem gegen die Führung in Peking und prangerte sie an, das Virus nicht gestoppt zu haben. "Sie waren entweder nicht dazu in der Lage oder sie haben entschieden, es nicht zu tun, und die Welt hat schwer gelitten", sagte der US-Präsident.

Experten gehen davon aus, dass das Virus von Fledermäusen stammt und direkt oder über ein anderes Tier als Wirt auf den Menschen übergesprungen sein könnte.

WHO "PR-Agentur" für China

Der US-Präsident erhob erneut schwere Vorwürfe gegenüber der WHO: "Die Weltgesundheitsorganisation sollte sich schämen, denn sie verhält sich wie eine PR-Agentur für China."

Trump hat die finanziellen Beiträge der USA für die WHO wegen dieser Vorwürfe in der Corona-Krise auf Eis gelegt. Die USA sind der wichtigste Zahler.

China, die WHO - sie alle seien Sündenböcke für Trump, um von den eigenen Fehlern abzulenken, sagen Kritiker. So war sein Vize Mike Pence zuletzt unter Beschuss geraten, weil er ohne Maske in einem Krankenhaus unterweg war. Beim Besuch in einer General-Motors-Fabrik zeigte sich Pence nun mit Mund-Nase-Schutz.

"Befreit Michigan"

Derweil gingen vor dem Kapitol in Lansing erneut Hunderte - teils schwer bewaffnete - Menschen auf die Straße. Mit Slogans wie "befreit Michigan" forderten sie ein Ende der Ausgangssperren in Michigan und mehreren anderen Bundesstaaten.

Senatoren beschreiben die aufgeheizte Stimmung um das Kapitol in Michigan. Einige Kollegen würden aus Angst vor den Demonstranten kugelsichere Westen tragen. Mehrere Protestteilnehmer stürmten das Gebäude.