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Italienische Ernte: Illegale sollen es richten

Italienische Ernte: Illegale sollen es richten
Copyright Alessandra Tarantino/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Von euronews
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Auf den italienischen Feldern und Plantagen reift die Ernte, bald muss sie eingebracht werden. Doch es fehlen 250.000 Helfer. Illegale Einwanderer im Land sollen nun legalisiert werden. Denn sie könnten die Ernte retten.

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Wer unbemerkt nach Italien kommt, nicht registriert wird oder der Abschiebung entgeht, gehört zum Heer der nach dem Gesetz Illegalen im Land.

Die Zahl der sogenannten "Unsichtbaren" in Italien wird auf mehr als 600.000 geschätzt. Seit Beginn der Coronakrise wird ihre Situation von Tag zu Tag prekärer.

Viele von ihnen arbeiten unangemeldet in der Landwirtschaft, etwa als Erntehelfer, oftmals kontrolliert vom organisierten Verbrechen. Sie sind dem Staat ein Dorn im Auge.

Nun aber scheint die italienische Wirtschaft auf genau diese Arbeiter angewiesen zu sein. 250.000 Helfer fehlen landesweit. Obst und Gemüse drohen, auf den Feldern zu verrotten.

Parlament soll Migranten legalisieren

Jetzt befasst sich das italienische Parlament damit. Landwirtschaftsministerin Teresa Bellanova will die "Unsichtbaren" legalisieren. Sie sollen die Ernte retten. Auch Innenministerin Luciana Lamorgese kennt das Problem:

"Zusammen mit den anderen Ministern versuchen wir, eine Lösung zu finden, um der Notlage in der Ernte beizukommen. Wir riskieren, keine italienischen Produkte mehr verkaufen zu können."

Der Gesetzesvorschlag wäre Teil einer ganzen Serie von Maßnahmen, um die italienische Wirtschaft zu stützen. Das Gesetz soll in den nächsten Tagen verabschiedet werden.

Schützenhilfe aus dem Vatikan

Auch Papst Franziskus hat sich der illegalen Einwanderer angenommen. Er fordert ihre Legalisierung. Die Würde des Einzelenen müsse respektiert werden, so der Pontifex.

In Castel Volturno bei Neapel haben sich die "Unsichtbaren" angesiedelt. Mittlerweile sind es 20.000. Die Stadt selbst hat 27.000 gemeldete Einwohner.

In Zeiten der Coronakrise können die Migranten kaum überleben. Auch sie durften ihre beengten Unterkünfte monatelang nicht verlassen, nicht zum Arbeiten, nicht zum Spazierengehen. Jimmy Donko aus Ghana ist einer von ihnen.

Herr Donko braucht Strom

“Wir haben hier viele Probleme, nicht nur der fehlende Strom. Es gibt kein fließendes Wasser, wir haben keine Papiere und nichts zu essen", wo der Mann aus Ghana. 

Um den Hunger zu stillen, bringen Freiwillige Lebensmittel in die Unterkünfte. Doch die Nachfrage übertrifft bei weitem das Angebot.

Experten sagen, die Legalisierung dieser Arbeiter könnte dem Staat bis zu 1,2 Milliarden Euro in die Kassen spülen. Den "Unsichtbaren" würde es helfen, ein Stück sichtbarer zu werden.

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