"Der teuerste Grill, aber das billigste Fleisch"

Schlachthof in Frankreich (Archiv)
Schlachthof in Frankreich (Archiv) Copyright CHARLY TRIBALLEAU/AFP or licensors
Von Andrea Büring
Diesen Artikel teilenKommentare
Diesen Artikel teilenClose Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopierenCopy to clipboardCopied

Jonas Bohl von der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten fordert ein Umdenken in Deutschland. Der niedrige Fleischpreis führe zur Ausbeutung an Schlachthöfen. Im euronews-Interview nennt er die Eckpunkte der Bundesregierung einen "Meilenstein".

WERBUNG

Die Bundesregierung will die Missstände an deutschen Schlachthöfen beenden: Ein Eckpunktepapier soll künftig verhindern, dass billige Arbeitskräfte, meistens aus Osteuropa, über Drittfirmen zu Dumpinglöhnen beschäftigt werden und in überfüllten Sammelunterkünften leben. Der Beschluss soll ab dem kommenden Jahr gelten.

Vorausgegangen waren zahlreiche Erkrankungen mit dem Coronavirus an deutschen Schlachthöfen, die die Schieflage ins Blickfeld rückten.

Den Beschluss der Bundesregierung feiert Jonas Bohl von der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten im Interview mit Euronews als Meilenstein. Er sagte, er sei "vorsichtig optimistisch".

Doch die Gewerkschaft hatte schon seit langem die Zustände in den Fleischbetrieben beklagt - wo die Beschäftigten sehr hart arbeiten - sowie das dahinterliegende System angeprangert.

Im Gespräch mit euronews meinte Jonas Bohl: "Gerade in Deutschland ist es leider so, dass sich die Konsumenten gerne einen sehr teuren Grill kaufen, aber dann das billigste Fleisch darauf legen."

Euronews
Thomas Bohl über die Missstände an deutschen SchlachthöfenEuronews
Diesen Artikel teilenKommentare

Zum selben Thema

Schlachthöfe: Kabinett beschließt schärfere Regeln für Fleischbranche

Corona-Ausbruch in Schlachthof: Wohin mit 2000 Tonnen Fleisch?

Corona in Schlachthöfen: Kann man noch ohne Bedenken Fleisch essen?