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Klimapolitik in Zeiten des Coronavirus

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Klimapolitik in Zeiten des Coronavirus
Copyright  Michael Probst/Copyright 2017 The Associated Press. All rights reserved.
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Starker Verkehr - viele Autos mit Benzin- und Dieselmotoren. Das war vor der Pandemie.

Die Coronavirus-Krise hat die täglichen Schadstoff-Emissionen in Europa um mehr als ein Viertel reduziert.

Die EU will diese Woche einen eine Billion Euro schweren wirtschaftlichen Wiederaufbauplan vorstellen, der Europa mit grünen Maßnahmen aus der Krise ziehen soll.

Klima-Gruppen befürchten, er gehe nicht weit genug.

Es sei nicht sicher, ob die Kommission ehrgeizig genug sei, so Markus Trilling vom Klima-Aktionsnetzwerk Europa.

Schließlich habe sie alle grünen Bedingungen an die Ausgaben aus dem Kohäsionsfonds gestrichen.

Es gebe nun das Risiko, dass es gerade in der ersten Phase der Erholung keine Umweltbedingungen gebe.

Die Umweltschützer sehen bereits Subventionen für fossile Energieträger am Horizont, denn viele Länder kämpfen für den Erhalt ihrer Wirtschaft.

Der Plan der EU-Kommission ist in Teilen schon bekannt, wird aber erst diese Woche vorgestellt.

Im Fokus ist die Mobilität.

Angedacht ist ein System von Anreizen für den Kauf von klimafreundlichen Autos.

Zudem soll das Netz der Aufladestationen für Elektroautos in den nächsten fünf Jahren auf zwei Millionen anwachsen.

Autoverbände warnen indes, die Mobilität müsse auch für die Ärmsten erhalten bleiben.

Nähmen wir den problematischsten Teil der Flotte, sagt Laurianne Krid vom Internationalen Automobilverband. Dabei müsse das Ziel grünerer Fahrzeuge klar definiert werden. Gehe es um CO2? Um Schadstoffpartikel? Um Stickstoffdioxid? Wolle man die ganze Palette? Man brauche einen ganzheitlichen Ansatz.

Erwartet wird auch, dass Brüssel Vorschläge für grüne internationale Bahnrouten macht, die Kurzflüge ersetzen sollen.

Ein anderes Ziel sind grüne Renovierungen im Wohnungsbausektor.

Doch mit Beihilfen für Fluggesellschaften und Autobauer könnte die Klima-Philosophie verloren gehen, befürchten Umweltaktivisten.

EU-Komissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte den Grünen Umweltpakt einst zu ihrer Priorität gemacht.

Doch Von der Leyen bestimmt nicht alleine.

Noch ist offen, wie weit der grüne Ehrgeiz der Mitgliedstaaten geht.