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London: Cummings trotzt Kritik und bleibt Johnsons rechte Hand

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London: Cummings trotzt Kritik und bleibt Johnsons rechte Hand
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Dominic Cummings, der engste Berater des britischen Premierministers Boris Johnson, hat die massive Kritik an seiner Person nicht entkräften können.

Vor seinem Haus in London schallten ihm lautstarke Rücktrittsforderungen entgegen. Im Rosengarten des Regierungssitzes Downing Street 10 hatte der 48-jährige Strippenzieher zuvor versucht, seinen Verstoß gegen die Ausgangsbeschränkungen mitten in der Coronakrise herunterzuspielen.

Eigentlich sind Berater der britischen Regierung nicht autorisiert, eigene Pressekonferenzen/ in eigener Sache abzuhalten.

Cummings sagte bei der Pressekonferenz: "In dieser sehr komplexen Situation versuchte ich, mich so gut wie möglich auf mein Urteilsvermögen zu verlassen. Ich denke, dass ich mich unter allen Umständen vernünftig und rechtmäßig verhalten habe, wobei ich die Sicherheit meiner Familie und die extreme Situation in Downing Street Ten sowie das öffentliche Interesse an einer effektiven Regierungsarbeit, zu der ich beitragen konnte, gegeneinander abgewogen habe."

Johnson: "Keine Botschaften untergraben"

Boris Johnson, dessen Autorität Kritiker jetzt in Frage stellen, hält trotz Cummings` Autofahrt durch halb England an seinem Chefstrategen fest: "Ich glaube nicht, dass irgendjemand in Downing Street 10 etwas getan hat, um unsere Botschaften zu untergraben. Was wir der Öffentlichkeit absolut klar machen wollen, ist, dass der einzige Weg zur Lösung dieses Problems darin besteht, wachsam zu bleiben, die Richtlinien zu befolgen, das Virus unter Kontrolle zu halten und Leben zu retten."

Rückendeckung von Ministern

Auch die Kabinettsmitglieder Dominic Raab und Michael Gove bekundeten ihre Solidarität mit Cummings. Dieser habe die für seine Familie geltenden Regeln befolgt. Ferner seien einige Behauptungen unwahr. Beide erklärten, Cummings habe nichts Falsches getan.

Allerdings forderten 20 Abgeordnete von Johnsons Konservativer Partei und auch die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon die Entlassung von Cummings.

Sie sind der Ansicht, dass Cummings das Vertrauen in die britische Regierung dauerhaft beschädigt habe. Schutzmaßnahmen könnten in der Folge nicht mehr ernst genommen werden.

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Cummings war mit Frau und Sohn über 400 Kilometer von London nach Durham zu seinen Eltern gefahren, um im Krankheitsfall die Betreuung des Vierjährigen sicherstellen zu können.