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Covid-19: Bargeld hat nichts mehr zu lachen

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Covid-19: Bargeld hat nichts mehr zu lachen
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Immer mehr britische Geschäfte öffnen wieder ihre Türen – aber viele Kassenschubladen bleiben zu: Ladenbesitzer wollen nicht, dass sich jemand bei ihnen mit Coronaviren ansteckt, die an Scheinen oder Münzen kleben. Manche gehen sogar so weit, dass sie nur noch Debit- oder Kreditkarte als Zahlungsmittel akzeptieren.

Wie viele Unternehmen in ganz London ist auch das Cafe de Nata auf absehbare Zeit aus dem Geldkreislauf ausgetreten.

Abdul Virji, Besitzer des Cafe de Nata, London

“Wir wissen, dass es Kunden und Mitarbeitern viel bedeutet, sich sicher zu fühlen. Da haben wir beschlossen: “Wir werden bargeldlos” - alles muss mit Karte bezahlt werden. Die Transaktionssumme bei uns liegt normalerweise zwischen fünf und zehn Pfund im Schnitt, vielleicht zwanzig (knapp 23 Euro), das können die Leute einfach kontaktlos bezahlen.”

“An Bargeld kleben so viele Keime. Wenn Sie Banknoten und Münzen anfassen, kleben die Keime an Ihnen. Und es wird auch viel einfacher, den Kontakt zwischen Mitarbeitern und Kunden zu reduzieren.”

OTTO NORMALVERBRAUCHER

Aber während bargeldlos zahlen in noblen Einkaufsstrassen schon Gang und Gäbe ist – was meint Otto Normalverbraucher?

Brian, Konsument:

“Ich meine, da wird ein bisschen überreagiert, wie sie in Amerika sagen. Da versucht jemand, sich selbst zu schützen, Sie wissen, was ich meine. Also wenn die meinen, dass das so sein soll, dann ist es halt so.”

Veronique, Konsumentin:

“Ich zahle sowieso lieber mit Karte, also muss ich mich nicht groß umstellen. Ich meine, das wird jetzt eine Dauereinrichtung, und ich finde das gut.”

Ross, Konsument:

"Diskriminierung sollte es nicht geben. Wenn jemand bar bezahlen muss, sollte er die Möglichkeit haben, bar zu bezahlen. Nur so als Argument: jemand ist Autist und braucht immer dieselben Verhaltensmuster. Wenn Bargeld Teil dieses Musters ist, muss er diese Möglichkeit haben."

INFEKTIONSRISIKO

Mitte Juni öffnen in ganz England noch mehr Läden – dann könnten die Karten dazu beitragen, das Infektionsrisiko in Geschäften zu verringern.

PS: Schon 2017 warnte die Deutsche Bank in einer Studie vor der kompletten Abschaffung von Scheinen und Münzen: Steuer- und andere Kriminalität wurde nur marginal verringert. Der Bürger verlöre andererseits die Möglichkeit, auch bei Stromausfall etwas zu kaufen und werde leichter Opfer von Kontrollübergriffen und Datendieben.