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EZB erhöht Corona-Rettungsprogramm auf 1,35 Billionen Euro

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EZB in Frankfurt
EZB in Frankfurt   -   Copyright  Michael Probst/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Die Europäische Zentralbank stockt ihr Coronavirus-Rettungsprogramm um 600 Milliarden Euro auf - damit erreichen die Anleihekäufe ein Volumen von auf 1,35 Billionen Euro.

Das Pandemic Emergency Purchase Programme - kurz PEPP - wird bis mindestens Ende Juni 2021 verlängert - das teilte die EZB an diesem Donnerstag in Frankfurt mit. Die Europäische Zentralbank bekräftigte, sie werde das Notkaufprogramm solange aufrechterhalten, bis der EZB-Rat die Virus-Pandemie für überwunden hält.

Das Volumen des am 18. März geschnürten Programms zum Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen wird fast verdoppelt: 1,35 Billionen Euro will die EZB nun in diesem Rahmen investieren, um die drastischen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzufedern.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde sprach von einem beispiellosen Konjunktureinbruch. Arbeitslosigkeit, Einkommensverluste und eine außergewöhnlich hohe Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung hätten zu einem deutlich Rückgang von Konsumausgaben und Investitionen geführt.

Die Käufe helfen Staaten wie Unternehmen: Sie müssen für ihre Wertpapiere nicht so hohe Zinsen bieten, wenn eine Zentralbank als großer Käufer am Markt auftritt. Insbesondere für Staaten ist das wichtig, weil sie milliardenschwere Rettungsprogramme aufgelegt haben. Hauptziel der EZB ist ein ausgewogenes Preisniveau. Das sieht die Zentralbank am ehesten gewährleistet, wenn die Preise im Euroraum mit seinen 19 Ländern moderat steigen. Mittelfristig wird eine Teuerungsrate knapp unter 2,0 Prozent angestrebt. Denn wenn die Preise stagnieren oder fallen, kann das Verbraucher und Unternehmen verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das kann die Konjunktur bremsen. Über Anleihenkäufe kommt zudem indirekt viel Geld in Umlauf, was normalerweise die Inflation anheizt.

In Deutschland wollen die Spitzen der schwarz-roten Koalition mit vielen Milliarden die Wirtschaft wieder ankurbeln, die wegen der Corona-Krise eingebrochen ist.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel: "Ich glaube, wenn wir den nächsten Generationen Zukunft ermöglichen wollen, dann müssen wir heute in Zukunft investieren. Das hat uns geleitet und das ist richtig und das wird Schlimmeres verhindern. Das heißt nicht, dass die Zukunft leicht wird."

Überraschend hatten sich die Spitzen von CDU, CSU und SPD auf eine befristete Senkung der Mehrwertsteuer geeinigt. Damit soll der Konsum gestärkt werden, und das allein kostet rund 20 Milliarden Euro.

Konkret soll vom 1. Juli an bis zum 31. Dezember 2020 der Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent auf 16 Prozent, der ermäßigte Satz von 7 Prozent auf 5 Prozent gesenkt werden.