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Moschee-Attentäter bereut - dass er nicht mehr Menschen gekillt hat

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Moschee-Attentäter bereut - dass er nicht mehr Menschen gekillt hat
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In Norwegen ist ein 22jähriger zehn Monate nach dem Angriff auf eine Moschee und der Tötung seiner Stiefschwester zu 21 Jahren Sicherheitsverwahrung verurteilt worden.

Das zuständige Bezirksgericht in Sandvika bei Oslo sprach Philip M. wegen Terrorismus und Mordes schuldig. Wie Richterin Annika Lindström verkündete, beträgt die Mindestverwahrdauer für den Mann 14 Jahre. Er muss zudem Entschädigung an die Betroffenen zahlen und die Gerichtskosten tragen.

Die Richterin Annika Lindstrom:

“Der Angeklagte hat gesagt, dass er vorhatte, so viele Muslime wie möglich in der Moschee zu töten, und dass er enttäuscht ist, dass er es nicht geschafft hat, einen der Anwesenden zu töten.”

Der Angeklagte hatte am 10. August 2019, am Vorabend des islamischen Opferfestes, eine Moschee in Bærum rund 20 Kilometer westlich von Oslo angegriffen. Er hatte mehrere Schusswaffen dabei, konnte aber von Gläubigen überwältigt und festsetzt werden, ohne dass jemand in dem Gotteshaus schwerer verletzt wurde.

In seiner Wohnung wurde seine aus China adoptierte Stiefschwester (17) erschossen gefunden – das erscheine eher rassistisch motiviert, so Lindström. Das Gericht beurteilte den Mord und den Angriff auf die Moschee nicht als eine zusammenhängende Tat, sondern als separate Vorgänge.

M. hat die Taten zugegeben, eine Schuld im strafrechtlichen Sinne aber von sich gewiesen. Während des Prozesses äußerte er mehrmals rechtsextreme, rassistische und islamfeindlicheAnsichten und berief sich auf Selbstverteidigung, auf die weiße Europäer ein Recht hätten. Er äußerte sich enttäuscht darüber, selbst nicht mehr Schaden angerichtet zu haben, etwa im Vergleich zum Anschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch im März 2019, wo ein australischerRechtsextremist51 Muslime getötet und Dutzende verletzt hatte.

STRAFE HÖHER ALS FÜR BREIVIK

Der Norweger erhielt eine höhere Strafe als der RechtsterroristAnders Behring Breivik, der am 22. Juli 2011 bei Anschlägen in Oslo und auf der Insel Utøya77 Menschen getötet hatte. Breivik war zu 21 Jahren Verwahrung mit einer Mindestdauer von zehn Jahren verurteilt worden. Zum Zeitpunkt des Urteilsspruchs war dies die Höchststrafe. Später ermöglichte eine Gesetzesänderung, eine Mindestdauer von bis zu zwei Dritteln der Verwahrungszeit festzusetzen.

su mit dpa