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Russland in der Ausgangssperre: Gewalt gegen Frauen explodiert

Russland in der Ausgangssperre: Gewalt gegen Frauen explodiert
Copyright Pavel Golovkin/Copyright 2019 The Associated Press. All rights reserved
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Von Galina Polonskaya
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Die Ausgangssperre treibt die Gewaltspirale in vielen Ländern nach oben. In Russland wird häusliche Gewalt allerdings nicht als Verbrechen eingestuft. NGOs schlagen Alarm.

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In Russland schlagen Aktivisten, die Opfern häuslicher Gewalt helfen, Alarm. Demanch haben sich die Zahlen der Übergriffe während der Ausgangssperre mehr als verdoppelt. Ohne ein offizielles Verbot gibt es jedoch keinen Schutz vom Staat.

Daria weiß, was das bedeutet. Sie wird von ihrem Vater misshandelt. Übergriffe, die bereits vor der Ausgangssperre begannen.

Er kommt rein, schlägt mich, er ist blind vor Wut. Während der Ausgangssperre kann man nicht weg. Das verschärft alles.
Daria
Opfer von häuslicher Gewalt

Daria entschloss sich zu gehen. Doch während der Coronakrise wurde ihr Gehalt um mehr als die Hälfte gekürzt. Daher hatte sie zuerst Probleme, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Und muss nun noch eine Woche lang warten, bis sie einziehen kann. Bis dahin lebt sie weiter bei ihrem Vater - und in permanenter Gefahr.

Hilfe von der Hotline

Irina ist bei der Hotline "Anna Center", einer NGO, die Opfern von häuslicher Gewalt hilft. Diese hatte während der Ausgangssperre alle Hände voll zu tun. Selbst ein einfacher Telefonanruf kann für Betroffene gefährlich werden.

Die Phase der Selbstisolierung trägt dazu bei, dass eine Frau mit ihrem Angreifer allein dasteht. Sie ist ihm komplett ausgeliefert.
Irina Matwienko
Anna Center Hotline

Die Fälle von häuslicher Gewalt haben sich in Russland während der Ausgangssperre verdoppelt, warnt der russische Menschenrechtskommissar. Nichtregierungsorganisationen appellieren daher an die Regierung, den Opfern, die wegen der Ausgangssperre mit ihren Tätern festsitzen, Schutzräume und andere Hilfe zur Verfügung zu stellen

Kein Gesetz gegen häusliche Gewalt

Alena Popova, eine Anwältin und Mitbegründerin des Netzwerks "Du bist nicht allein", kämpft seit langem für ein Gesetz gegen häusliche Gewalt. Doch Russland schlug in den vergangenen Jahren genau die entgegengesetzte Richtung ein: Ein einfacher Übergriff auf ein Familienmitglied wurde entkriminalisiert - ist also kein Verbrechen mehr. Ein Täter kann mit einer kleinen Geldstrafe davonkommen.

Der Anstieg der häuslichen Gewalt ist eine Katastrophe. Und diese Gewaltspirale dreht sich weiter: Hat er sie früher geschlagen, so vergewaltigt er sie nun zusätzlich noch. Die Epidemie der häuslichen Gewalt gibt es schon so lange. Während der Pandemie ist sie allerdings exponentiell angestiegen.
Alena Popowa
Anwältin

Die russische Polizei sagt hingegen, dass die Zahl der Fälle von häuslicher Gewalt während der Ausgangssperre heruntergegangen ist. Doch NGOs bereiten sich bereits auf eine Welle von Anfragen vor, sobald die soziale Distanzierung aufgehoben wird.

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