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3 Tote, 2 Vermisste: Mehr Badeunfälle durch Corona-Beschränkungen?

3 Tote, 2 Vermisste: Mehr Badeunfälle durch Corona-Beschränkungen?
Copyright Felix Kästle/dpa via AP
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Von Euronews mit dpa
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Am Wochenende sind bei Badeunfällen in Deutschland zwei Mädchen und ein 30-Jähriger ums Leben gekommen. Die DLRG warnt vor neuen Rekordzahlen.

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Das schöne Sommerwetter hat seine Schattenseiten: Am Wochenende ist es in Deutschland zu mehreren tödlichen Badeunfällen gekommen. Zwei Männer werden noch vermisst. Die Polizei geht davon aus, dass auch sie tot sind.

Zwei junge Mädchen ertrunken

Im Märchensee in Hannover starb am Freitagabend ein fünfjähriges Mädchen. Sie soll zuvor unbeaufsichtigt am Ufer mit zwei Vierjährigen gespielt haben. Ein Passant bemerkte ihr Verschwinden und wählte den Notruf.

Trotz schnellen Eintreffens der Einsatzkräfte kam jede Hilfe zu spät. Das Mädchen wurde nach zehn Minuten Suche aus dem Wasser gezogen und wiederbelebt, starb aber kurz darauf im Krankenhaus. Es wird geprüft, ob die Eltern ihre Aufsichtspflicht missachtet haben.

Auch im westfälischen Hückelhoven starb am Freitagabend ein junges Mädchen. Die Elfjährige verlor im Adolfosee den Halt und geriet unter Wasser. Ein Mädchen am Ufer beobachtete das Unglück, konnte als Nichtschwimmerin aber nichts tun.

Sie versuchte mit dem Rad, Hilfe zu holen. In der Zwischenzeit entdecken Spaziergänger den leblosen Körper im Wasser und riefen den Rettungsdienst. Das Mädchen starb in einer Klinik.

Junggesellenabschied endet tödlich

Bei einem Junggesellenabschied auf der Donau ist ein 30 Jahre alter Mann in Baden-Württemberg ertrunken. Zehn Männer und Frauen hatten sich am Samstagvormittag in Obermarchtal zu einer Tour mit Booten aufgemacht. Die Gruppe machte an verschiedenen Stationen Zwischenstopps und trank "nicht unerhebliche Mengen Alkohol", hieß es vonseiten der Polizei.

Ersten Ermittlungen zufolge suchte der 30-Jährige am späten Nachmittag seine Sonnenbrille im Wasser, die er dort zum wiederholten Mal verloren haben soll. Ohne Schwimmweste stand er laut Polizei zunächst im niedrigen Wasser und war dann plötzlich weg.

Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei suchten mit 118 Kräften nach ihm. Die Suche mit Boot, Hubschrauber und Drohne blieb zunächst erfolglos. Taucher fanden den Mann schließlich tot im Wasser.

Zwei Vermisste

Es wird befürchtet, dass an diesem Wochenende noch mehr Menschen ertrunken sind. Nach einem Motorbootunfall auf dem Tegeler See in Berlin wird nach wie vor ein junger Mann vermisst.

Außerdem fehlt bei Bad Gottleuba von einem 16-Jährigen weiter jede Spur. Er war am Freitagabend mit Freunden in einem Rückhaltebecken des Mordgrundbaches schwimmen. Er tauchte ab und danach nicht wieder auf. Die Polizei hat wenig Hoffnung.

Mehr Badeunfälle durch Corona-Beschränkungen?

Der deutsche Rettungsdienst DLRG ist angesichts der steigenden Zahl von Unfällen alarmiert. Aufgrund der Corona-Einlassbeschränkungen in Freibädern würden immer mehr Menschen auf Badeseen und Flüsse ausweichen. Diese seien vor allem für ungeübte Schwimmer gefährlicher und meist unbewacht.

"Es ist unsere Sorge, dass sich mehr Menschen in Gefahr begeben, als das sonst schon der Fall ist"
Wasserrettungsdienst DLRG

Die Gefahren des Schwimmens in unbewachten Kanälen, Flüssen, Seen und Baggerlöchern würden unterschätzt, sagte Michael Grohe, Sprecher der DLRG Nordrhein-Westfalen, der Deutschen Presse-Agentur. Grohe warnte allgemein davor, in unbekannten Gewässern zu schwimmen.

Die DLRG rät dringend zur Einhaltung folgender Regeln:

  • nicht allein Schwimmen gehen
  • niemals alkoholisiert Schwimmen gehen
  • nicht bei Dunkelheit schwimmen
  • nicht in unbekannte Gewässer springen
  • die eigenen Kräfte nicht überschätzen
  • die Kälte des Wassers und die Strömung beachten
  • niemals im Bereich von Wehren schwimmen
  • Gefahr durch Boots- und Schiffsverkehr beachten
  • bei Bootsfahrten etc. passende Schwimmwesten tragen
  • örtliche Badeverbote beachten
  • nicht im Bereich von Hafenanlagen, Schleusen und Brücken schwimmen
  • in Flüssen Buhnenköpfe (= künstliche Wälle) wegen der Sogbildung meiden
  • sich über die speziellen Gefahren vor Ort informieren
  • Im Internet die Baderegeln nachlesen: www.baderegeln.info
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