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Offene Wunden: 25 Jahre Völkermord von Srebrenica

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Offene Wunden: 25 Jahre Völkermord von Srebrenica
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Es war das schlimmste Massaker in Europa seit 1945: Der Genozid von Srebrenica jährt sich am Wochenende zum 25. Mal. In nur vier Tagen wurden damals über 8.000 bosnische Muslime von serbischen Verbänden umgebracht.

Noch immer werden Tausende vermisst, noch immer Leichen in Massengräbern entdeckt und von Forensikern identifiziert. Acht von ihnen wurden heute durch Sarajevo gefahren - begleitet von einem Trauerzug, darunter Ismeta Omerovic, Überlebende des Massakers.

"Ich habe das ganze Leid 1995 miterlebt, meine Kinder und ich sind gerade so mit dem Leben davongekommen", sagt Omerovic. "Diese Tage im Juli sind für mich jedes Jahr aufs Neue genauso traurig wie vor 25 Jahren. Ich erinnere mich an alles. Diesmal sind wegen des Coronavirus nicht so viele Menschen gekommen. Schwierig ist die Situation für uns vor allem deshalb, weil die Gräueltaten von vielen bosnischen Serben bis heute heruntergespielt oder sogar geleugnet werden.“

Doch das Meer aus Kreuzen auf dem Friedhof Potocari macht die traurige Wahrheit sichtbar. Hier liegen auch zwei ihrer Brüder, ihr Mann, ihr Vater und viele andere ihrer Verwandten begraben - neben über 6.600 weiteren Opfern. Am Samstag werden dort auch die Überreste der acht Menschen beigesetzt, die heute durch Sarajevo getragen wurden.