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Pakistanische Piloten im Visier - Arbeitsverbot in der EU

Pakistanische Piloten im Visier - Arbeitsverbot in der EU
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Die Flugsicherheitsbehörde der EU (EASA) hat den europäischen Länder geraten, alle in Pakistan lizensierten Piloten zu suspendieren. Zuvor hatte sich herausgestellt, dass ein Drittel der pakistanischen Piloten bei ihren Abschlussprüfungen betrogen hatten. Dennoch hat ihnen die pakistanischen Zivilluftfahrtbehörde (PCAA) Lizenzen erteilt.

In einem Schreiben der EASA, das euronews eingesehen hat, ist von einem "ernsten Sicherheitsrisiko" die Rede. Piloten mit einer gültigen pakistanischen Lizenz sollten nicht für den Betrieb eingeplant werden. Zu den EASA-Mitgliedsstaaten zählen alle EU-Länder sowie die Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island.

Flüge nach Europa untersagt

In der vergangenen Woche untersagte die EASA der nationalen pakistanischen Fluggesellschaft Pakistan International Airlines (PIA) für mindestens sechs Monate Flüge nach Europa. Nachdem die PIA Europa während der Coronavirus-Pandemie nicht angeflogen hatte, sollte die Airline bald die Verbindungen nach Oslo, Kopenhagen, Paris, Barcelona und Mailand wieder aufnehmen.

Ursprünge des Skandals

Eine Untersuchung des Flugzeugabsturzes vom 22. Mai in der Hafenstadt Karatschi mit 97 Toten hatte die Unstimmigkeiten ans Licht.

Der pakistanische Luftfahrtminister Ghulam Sarwar Khan räumte am 24. Juni ein, dass 260 von 860 Piloten in Pakistan bei ihren Pilotenprüfungen betrogen hatten. Dennoch hätten sie Lizenzen erhalten. Die PCAA hat sich dazu nicht geäußert.

Gefälscht oder nur fragwürdig?

Nach den Angaben des Luftfahrtministers verfügte ein Drittel der pakistanischen Piloten über gefälschte Lizenzen. Er fügte hinzu, dass diese entweder durch Betrug oder mit Hilfe von Scheinanwärtern erlangt worden seien. Zwei Tage später korrigierte er seine Ausführungen. Die Lizenzen seien nicht "gefälscht" sondern "zweifelhaft".

Die International Federation of Air Line Pilots Associations (IFALPA) kritisierte Khans Rede. Die Ausführungen nähmen wenig Rücksicht auf die Zukunft der pakistanischen Luftfahrt.

Wurzel des Übels

Das Problem begann, als pakistanische Fluggesellschaften, insbesondere die PIA, damit begannen, ehemalige Militärpiloten in die Zivilluftfahrt zu übernehmen.

Einige der Piloten bestanden die gesetzlich vorgeschriebenen acht Tests auffällig mühelos. Für gewöhnlich nimmt die Vorbereitung Monate oder gar Jahre in Anspruch. Kritiker sehen einen begründeten Korruptionsverdacht. Möglicherweise sei Schmiergeld an Mitarbeiter der PCAA geflossen.

Vom Militär beeinflusst

Die vorherige Regierung von Ministerpräsident Mian Nawaz Sharif hatte die Luftfahrt der Kontrolle des pakistanischen Verteidigungsministeriums entzogen und eine neue Abteilung unter einem zivilen Luftfahrtminister geschaffen. Dieser Minister untersteht direkt dem Ministerpräsidenten. Das PCAA wird jedoch nach wie vor hauptsächlich von Militärbeamten geleitet, die entweder im Ruhestand oder im aktiven Dienst sind.

Die PIA hat der pakistanischen Regierung Empfehlungen zur Umstrukturierung und Reform des PCAA gegeben. Der Chef der Fluggesellschaft, Marshal Arshad Malik, sagte, er hoffe aufrichtig, dass die EAS die Aussetzung der PIA-Flüge bald zurücknehmen werde.