Eilmeldung
This content is not available in your region

Waffennarr aber kein Rechtsradikaler, Mann in Oppenau weiter flüchtig

euronews_icons_loading
Waffennarr aber kein Rechtsradikaler, Mann in Oppenau weiter flüchtig
Copyright  Philipp von Ditfurth/(c) Copyright 2020, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Schriftgrösse Aa Aa

In Oppenau im Schwarzwald ist die Polizei weiterhin auf der Suche nach dem flüchtigen Mann, der am Sonntag vier Polizeibeamte entwaffnet und bedroht hat.

Während einer Polizeikontrolle hatte der 31-Jährige eine Schusswaffe gezückt und den Polizisten ihre Dienstwaffen abgenommen. Danach war er in den Wald geflüchtet. Die Suche ist zwei Tage nach dem Vorfall immer noch ergebnislos. Die Polizei ist mit Spürhunden und Hubschraubern im Einsatz und durchkämmt das Waldgebiet, in dem der Flüchtige immer noch vermutet wird.

Der Mann sei als "Waffennarr" bekannt, von einem rechtsradikalen Hintergrund gehen die Ermittler aber nicht aus, hieß es auf einer Pressekonferenz am Dienstag. "Wir wissen nicht, was den Schuldigen bewogen hat, so zu handeln", sagte der Oberstaatsanwalt.

Der Vorbestrafte ohne festen Wohnsitz lebt nach Angaben der Polizei im Wald, wo er sich sicher fühle. Dort hatten ihn die Beamten am Sonntag in einer Hütte aufgesucht, in die er eingebrochen war. In Oppenau wurden vorsorglich Kindergärten und Schulen geschlossen.

Polizei richtet sich auf lange Suche ein

Die Polizei hätte viele Kräfte im Einsatz und einen langen Atem, sagte der Polizeipräsident von Offenburg, Reinhard Renter, vor den Medien. "Der Fokus 'Schutz der Bevölkerung' hier in Oppenau ist und bleibt bei uns ganz oben", so Renter.

Aktuell seien etwa 200 Polizisten im Einsatz. Am Montag hätten sogar bis zu 440 Beamte, darunter Spezialkräfte, das unwegsame und steile Waldgelände im Ortenaukreis durchsucht und das Städtchen Oppenau gesichert.

Im Netz machen sich Viele über die Polizei lustig

Eine Anwohnerin in der Innenstadt von Oppenau fragt: "Wie kann die Polizei sich ihre Pistolen abnehmen lassen?

Genau das fragen sich auch viele Menschen in den Sozialen Medien, wo sich seit den vergangenen Tagen viele über die Polizisten lustig machen, die sich die Waffen haben "abnehmen lassen".

Die Beamten hätten aber alles richtig gemacht, sagte Polizeipräsident Reinhard Renter auf der Pressekonferenz am Dienstag. Er verurteilte die Kommentare in den Sozialen Medien und sagte, Niemand könne sich in eine solche Situation hineinversetzen. "Die Beamten hatten Angst um ihr Leben".

Der gesuchte Mann war war zuletzt 2010 zu einer Jugendstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Er hatte mit einer Sportarmbrust auf eine Frau geschossen und diese schwer verletzt.