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Mongolei: Murmeltier-Jäger (15) stirbt an Beulenpest

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Mongolei: Murmeltier-Jäger (15) stirbt an Beulenpest
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In der Mongolei ist nach Medienberichten (“AFP“) ein 15-jähriger Junge an der Beulenpest gestorben - er hatte ein infiziertes Murmeltier gejagt und gegessen.

Zwei weitere Teenager, die mitgegessen hatten, wurden laut Gesundheitsministerium mit Antibiotika behandelt.

Die Regierung verhängte eine Quarantäne über einen Teil der südwestlichen Provinz Gobi-Altai an der Grenze zu China.

Essen Sie keine Murmeltiere und jagen Sie auch keine
Narangerel Dorj
Gesundheitsministerium der Mongolei

Narangerel Dorj, Sprecherin des mongolische Gesundheitsministeriums:

"Die Bakterien sind bis jetzt die gleichen wie bei der Beulenpest. Der Körper des Jungen hat sehr ernsthaft reagiert, er ist daran gestorben. Wir haben so oft gewarnt, aber während der Ferienzeit jetzt im Juli wurde uns immer noch davon berichtet. Also: Essen Sie keine Murmeltiere und jagen Sie auch keine."

Man habe Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt und vorsorglich mit Antibiotika behandelt.

Anfang Juli waren bereits zwei Pestinfektionen in der mongolischen Provinz Khovd aufgetreten. In der Folge wurden mehr als 140 Menschen auf den Erreger getestet, es wurde aber keine weitere Infektion festgestellt. In der nordchinesischen Provinz Innere Mongolei wurde Anfang Juli eine Pestinfektion bei einem Hirten diagnostiziert. Die Behörden sprachen daher bis Jahresende ein Verbot aus, Tiere, die den Pesterreger übertragen können, zu jagen und zu verzehren.

Nach Auskunft der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es in verschiedenen Ländern Pestfälle. Von 2010 bis 2015 zählte die Organisation 3.248 Erkrankte weltweit, 584 davon starben. Die WHO hatte vergangene Woche zu dem Pestfall in der Inneren Mongolei Entwarnung gegeben: Es gebe kein hohes Risiko, China habe die Situation gut unter Kontrolle.

TÖDLICHE PEST

Die Pest ist eine bakterielle Infektion, die durch den Erreger Yersinia pestis ausgelöst wird. Er wird meist von Flöhen übertragen, die auf Ratten, Murmeltieren oder anderen Wildtieren leben.

Wird ein Mensch von einem infizierten Floh gebissen, zeigen sich nach bis zu sieben Tagen Symptome wie bei einer schweren Grippe, dann schwellen Lymphknoten zu dicken Beulen etwa im Schritt oder unter den Achseln an. Sie können einen Durchmesser von bis zu zehn Zentimetern haben.

In der Mongolei gibt es im Schnitt einen Pesttoten pro Jahr, weil viele Menschen dort trotz Regierungskampagnen weiterhin Murmeltiere jagen und verzehren.

su mit AFP