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Beton und Steine weichen Grünflächen

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Beton und Steine weichen Grünflächen
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Die Städte in Europa werden immer bevölkerungsreicher und Grünflächen zusehends durch Beton ersetzt. Das hat Auswirkungen auf die Umwelt.

„Überschwemmungen, steigende Temperaturen in Innenstädten und Luftverschmutzung gehören zu den größten Folgen einer wachsenden Verstädterung. Die Natur kann helfen, zeitgemäße Lösungen zu finden, um die Umwelt zu schützen", so euronews-Reporter Claudio Rosmino.

Immer mehr europäische Städte setzen auf Maßnahmen, die aus der Natur entlehnt sind. Eindhoven geht ebenso wie Tampere und Genua voran, um innerhalb des europäischen UNaLab-Projektes neue Vorgehensweisen zu entwickeln. Die Erfahrungen werden weitergegeben, unter anderem die Städte Stavanger, Prag, Castellon, Cannes, Basaksehir, Hongkong und Buenos Aires setzen diese teils ebenfalls um.

Es geht um Hitze und Wasser

In Eindhoven geht es insbesondere um Hitze und Wasser. Rik Thijs-Alderman, der in der Stadtverwaltung Eindhoven für die Bereiche Umwelt, Energie und öffentliche Räume zuständig ist, erläutert: „In Eindhovens Innenstadt überwiegen Steine. Die Belastung durch die Hitze bedeutet ein großes Problem. Im vergangenen Jahr wies Eindhoven mit 41 Grad den Höchstwert aller niederländischen Städte auf. Und an Tagen, an denen es regnet, sieht man, dass die Straßen überschwemmt sind. Auch das ist ein sehr, sehr großes Problem."

Gepflasterte Straßen neigen dazu, die Umgebung schnell zu erhitzen. Und auch um mit der Herausforderung Wasser umzugehen, sollen es Grünflächen richten. Ein weiterer Pluspunkt: Es wird Geld gespart.

„Wir erkennen, dass uns Lösungen, die aus der Natur entlehnt sind, sehr helfen, denn sie erhöhen die Lebensqualität und es gibt weitere Vorteile. Eine Stadt ist normalerweise ein Ort, an dem viel gepflastert ist. Wenn man naturnahe Lösungen anwendet, wird die Stadt grüner. Wir haben herausgefunden, dass die Instandhaltung von Grünflächen günstiger ist als gepflasterte Flächen", so Luuk Postmes, der am UNaLab-Projekt mitarbeitet.

Pflanzen statt Steine

Zu vermeiden sind sogenannte Hitzeinseln innerhalb von Städten. Solche Gebiete, in denen die Temperaturen stark steigen, werden für die Bevölkerung zur Belastung.

Die Verwaltung in Eindhoven begrünt deshalb Flächen, auf denen zuvor Steine die Vorherrschaft besaßen. „Man muss sich vor Augen führen, dass dieser Platz vorher vollständig gepflastert war. Alle Pflanzen dienen dazu, die Vielfalt zu erhöhen, die Lebensqualität für die Bevölkerung zu erhöhen und das Regenwasser sinnvoller und pfiffiger zu verwenden", so Delia Mitcan von der Stadtverwaltung Eindhoven.

Hitze wird im Sommer zur Belastung

Der Stadtgarten liegt über einer Tiefgarage. Das Wasser wird aufgegangen und dann eingesetzt, um die Grünflächen zu gießen. Für die Bevölkerung entstehen zudem städtische Erholungsräume. Theo Hoppenbrouwers ist Mitglied einer Nachbarschaftsvertretung: „Die Belastung durch die Hitze im Sommer ist zu groß und für uns in den Niederlanden ungewohnt. Im Sommer ist das Leben in dieser Umgebung nicht angenehm. Wenn man das mit Blumen und Bäumen ändern kann, kühlt es sich ab", so Hoppenbrouwers.

Anwohner Milan Koelen findet: „Die Anlage hat sich völlig gewandelt, das entspricht einer 180-Grad-Drehung zu vorher: Betonbänke, keine Natur. Jetzt ist es schön. Und es ist wichtig, dass die Natur in die Städte zurückkehrt. Das haben wir zu lange vernachlässigt."

Städtische Flächen werden auf diese Weise im wahrsten Sinne des Wortes zu Lebensräumen. Auch die Luft wird besser, denn die Pflanzen dienen in einem gewissen Maße als Filter.

Näheres zum UNaLab-Projekt erfahren (in englischer Sprache) auf https://unalab.eu/