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Griechenland: Neue Wege im Kampf gegen Landschaftsbrände

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Griechenland: Neue Wege im Kampf gegen Landschaftsbrände
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Der Sommer in Griechenland kann gefährlich sein. Allzu oft gibt es Landschaftsbrände, die verheerende Auswirkungen haben. Abhilfe schaffen soll ein Frühwarnsystem, das innerhalb europäischer Zusammenarbeit entstanden ist. Es soll helfen, die Brände und ihre Ausbreitungen schnell zu erkennen sowie wirkungsvoll zu bekämpfen.

Zisoula Ntasiou, Mitglied des Stabes für Landschaftsbrände bei der griechischen Feuerwehr, erläutert: „In vorherigen Jahren war es unmöglich, Foto- und Videoaufnahmen an die Feuerwehrleute vor Ort zu schicken. Die Einsatzkräfte hatten also nicht die benötigten Daten. Jetzt können wir diese schicken und noch wichtiger: Wir können dieses Vorhersagemodel nutzen, das zeigt, wie sich das Feuer entwickelt. Die Einsatzleitung hat also alle Daten vorliegen und kann die richtigen Entscheidungen treffen."

Einsatzkräfte in Echtzeit auf dem Laufenden

Rund eine Million Euro wurde für das Brandschutzprojekt aufgebracht, zu 85 Prozent bestritten durch die EU-Kohäsionspolitik und zu 15 Prozent durch Griechenland, Bulgarien und Zypern.

Geht bei der Überwachungsstelle in Athen ein Notruf ein, kommt das Programm namens IRIS zum Einsatz. Dieses berücksichtigt unter anderem die Landschaftsbeschaffenheit und das Wetter. Die Einsatzkräfte sind somit in Echtzeit auf dem Laufenden, wie sich das Feuer entwickelt.

Physiker Theodore Ginnaros arbeitet für die Athener Brandüberwachungsstelle. Wie wird das System eingesetzt? „Wir schicken Informationen über den schlimmsten anzunehmenden Fall an die Feuerwehrwache. Nicht berücksichtigt ist in der Vorhersage die Arbeit der Feuerwehrleute vor Ort. Wir zeigen den schlimmsten anzunehmenden Fall auf, die Feuerwehrleute versuchen dann, diesen zu verhindern. Innerhalb von 15, 20 Minuten verschickt das Programm eine Sechs-Stunden-Vorhersage. Innerhalb einer Stunde gibt es eine 24-Stunden-Vorhersage", so Ginnaros.

Ein zweites Mati verhindern

Die Fahrt von Athen nach Mati dauert nicht mal eine Stunde. 2018 wurde der Küstenort von schweren Bränden heimgesucht. 102 Menschen kamen ums Leben. Verheerende Ereignisse wie diese unterstreichen die Notwendigkeit, im Kampf gegen die Flammen ständig nachzurüsten.

Vaso Kotroni ist in die Arbeit des Brandschutzprojekts eingebunden. „Als Wissenschaftler freut es uns, dass unsere Entwicklungen nicht nur in wissenschaftlichen Veröffentlichungen auftauchen und in der wissenschaftlichen Gemeinschaft bleiben. Wir freuen uns, dass sie den Behörden helfen, Leben, Besitz und Infrastruktur zu retten. Es war ein wichtiger Augenblick, als die Feuerwehr das Programm in einer Übung auf die Probe gestellt hat", sagt sie.

Nicht nur für Länder Südeuropas kann der Einsatz des Frühwarnsystems sinnvoll sein. Schließlich gab es in den vergangenen Jahren auch andernorts Landschaftsbrände, man erinnere sich etwa an Schweden.

Näheres zu dem Brandschutzprojekt erhalten Sie in englischer Sprache unter http://map.disarmfire.eu/