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EU-Kommission plant Maßnahmenpaket gegen Kindesmissbrauch

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Die EU-Kommissarin für Inneres, Ylva Johansson, im Euronews-Interview
Die EU-Kommissarin für Inneres, Ylva Johansson, im Euronews-Interview   -   Copyright  euronews
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Als Europa in den coronabedingten Lockdown ging, mussten Familien und Kinder zu Hause bleiben. In den eigenen vier Wänden schnellten in dieser Zeit Fälle von Missbrauch und Kinderpornografie offenkundig in die Höhe.

Darauf will die EU-Kommission nun reagieren. Die EU-Kommissarin für Inneres, Ylva Johansson, sagte: "Europa ist zur Drehscheibe für solche Aufnahmen geworden, und aus mehreren Mitgliedsstaaten wurde berichtet, dass sich diese Situation während der Pandemie verschlimmert hat. Es ist also wirklich wichtig, dass wir sehr scharfe Maßnahmen zum Schutz der Kinder ergreifen. Deshalb werden wir es für Internetfirmen zur Pflicht machen, dieses Material aufzuspüren, um es zu entfernen, zu melden und weiterzuleiten."

Die EU-Kommission plant auch noch andere Maßnahmen, darunter die Einrichtung eines Europäischen Zentrums zur besseren Koordinierung, die Erschaffung eines Netzwerkes zur Prävention von Kindesmissbrauch und rechtliche Rahmenbedingungen, um eine bessere Durchsetzbarkeit von bereits existierenden Gesetzen zu ermöglichen.

Die EU-Kommissarin wies Vorwürfe zurück, dass Brüssel mit diesem Vorhaben Jahrzehnte zurückhängt: "Nun, ich bin erst seit dem 1. Dezember, als ich mein Amt antrat, verantwortlich, und dann haben wir sofort mit der Arbeit daran begonnen, weil ich es für so dringend halte, dass wir viel, viel härter, stärker handeln müssen, wenn es um sexuellen Missbrauch von Kindern geht."

Die Coronakrise wird irgendwann der Vergangenheit angehören, der Missbrauch von Kindern dagegen wohl kaum. Die EU-Kommission hofft aber, die Verbrechen gegen Kinder durch die neuen Maßnahmen zumindest eindämmen zu können.