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Migranten in Griechenland – an der Integration hapert’s

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Migranten in Griechenland – an der Integration hapert’s
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In Griechenland leben etwa 120.000 Migranten. Viele finden keine Jobs und fallen bei Hilfs- und Integrationsprogrammen durch den Rost.

Mohammed kommt nach Hause zu seiner Familie - ein Zuhause in Athen, das er bald verlieren könnte.

Der 28-jährige Flüchtling aus Syrien hat Asyl in Griechenland. Per Gesetz muss er diese Wohnung innerhalb von 30 Tagen verlassen und seine Familie ernähren.

Er hätte schon am 31. Mai ausziehen sollen aber er weiß nicht, wohin. Außerdem ist die finanzielle Unterstützung weggefallen, die er als Asylbewerber bekommen hat. (ca. 400 Euro).

Wir wollen nicht, dass uns andere Leute ewig durchfüttern
Mohammed Alfarhan
Flüchtling aus Syrien

Mohammed Alfarhan, Flüchtling aus Syrien (28):

"Wir können hier nicht weg, wir wissen nicht, wohin. Ich finde keinen Job und habe zwei kleine Kinder. Die Verfahren dauern lange, ich habe immer noch keinen Flüchtlingsausweis. Wir wollen nicht, dass uns andere Leute ewig durchfüttern, aber wir können auch nicht über Nacht ein neues Leben anfangen. Wir brauchen Unterstützung und guten Rat."

Mohammed hofft, nach Deutschland durchzukommen, da leben seine Eltern. Im Moment schicken sie ihm Geld, Lebensunterhalt für seine Frau und seine Kinder.

Manche Flüchtlinge haben es weniger gut getroffen. Diese Leute kamen von Lesbos, aber in Athen wartete niemand auf sie. Also schlafen sie auf einem Platz mitten in der Hauptstadt.

ENDSTATION VICTORIA-PLATZ, ATHEN

Bardia Hosseinpour (17) Flüchtling aus dem Iran:

"Wir haben den Ausweis, aber wir haben kein Geld oder einen Ort zum Leben. Griechische Behörden haben keine Lager eingerichtet, hier in Athen».

Mandana Reisi Mazdabadi (46), Migrantin:

"Ich habe ein Schlafproblem. Hier gibt es keine Toilette, keine Dusche. Mir geht es echt schlecht."

Die griechischen Behörden argumentieren, dass viele Flüchtlinge vom Staat abhängig sind und dass sich dies ändern müsse.

NGOs sprechen von einer herzlosen und ungerechten Politik und beklagen, dass der Staat nicht an der Integration von Flüchtlingen interessiert sei.

Lefteris Papagiannakis, Leiter der Interessenvertretung "Solidarität jetzt":

"Integrationspolitik, das bedeutet bestimmte Schritte mit einem Anfang, einer Mitte und einem Ende. Hier gibt es im Moment gar nichts. Wir haben einige gewichtige Wohn- und Geldhilfeprogramme, die sind aber nicht miteinander verbunden und ohne Kontinuität. Wenn die auslaufen, fallen die Menschen in ein Vakuum. Wir erleben hier ein "schwarzes Loch", eine Politik ohne Konzept."

Apostolos Staikos, Euronews:

"Die meisten Flüchtlinge sprechen kein Griechisch, auch nach Jahren im Land. Hohe Arbeitslosigkeit und Covid-19 machen denen das Leben schwer, die auf eigenen Füßen stehen müssen. Ohne Sicherheitsnetz landen viele Migranten obdachlos auf dem Victoria Platz."

Apostolos Staikos, su