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US-Armee zieht fast 12 000 Soldaten aus Deutschland ab

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US-Soldaten
US-Soldaten   -   Copyright  CHRISTOF STACHE/AFP or licensors
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Die US-Armee wird ihre Truppenstärke in Deutschland um rund ein Drittel verringern. Das hat Verteidigungsminister Mark Esper bekannt gegeben. Derzeit sind 36 000 Angehörige der amerikanischen Streitkräfte in Deutschland stationiert.

Am stärksten vom Abzug betroffen sein wird der Raum Stuttgart, so Esper. Die dort ansässige Kommandozentrale für die US-Truppen in Europa zieht nach Belgien um. Das 52. Jagdgeschwader der US-Luftwaffe soll künftig in Italien statt in Spangdahlem angesiedelt sein. Auf dem bisherigen Stützpunkt in der Eifel sind auch mehr als 800 Deutsche beschäftigt.

Trump und Esper richten deutliche Worte an die deutsche Regierung

„Von den 11.900 werden fast 5600 Angehörige der Streitkräfte innerhalb der Nato-Länder verlegt. Etwa 6400 werden in die Vereinigten Staaten zurückkehren, obwohl viele dieser oder ähnlicher Einheiten damit beginnen werden, turnusgemäß nach Europa zurückzukehren, um Einsätze durchzuführen“, so Esper.

Die Umverlegung der US-Truppen in Europa geschieht dem Verteidigungsministerium zufolge unter anderem, um eine stärkere Abschreckung Russlands und eine Stärkung der Nato zu erreichen.

Deutschland habe seine Nato-Beiträge nicht bezahlt, so US-Präsident Donald Trump. „Und die Vereinigten Staaten werden seit vielen Jahren beim Handel, beim Militär und bei allem anderen ausgenutzt, und ich bin hier und habe die Sache in Ordnung gebracht“, sagte der US-Präsident. Trump: „Aber Deutschland schuldet der NATO Milliarden und Abermilliarden von Dollar. Und warum sollten wir all diese Truppen dort behalten? Und jetzt sagt Deutschland, das sei schlecht für seine Wirtschaft. Nun, es ist gut für unsere Wirtschaft. Deutschland ist säumig“, so der US-Präsident.

Auch Esper richtete deutliche Worte an Berlin: „Deutschland ist das wohlhabendste Land in Europa. Deutschland kann und sollte mehr für seine Verteidigung zahlen. Es sollte auf jeden Fall die Zwei-Prozent-Norm erfüllen, und meiner Meinung nach darüber hinauszugehen. Ich habe das öffentlich gesagt, und ich habe das bezüglich der Bedeutung der Nato meinen Amtskollegen auch persönlich gesagt“, so der US-Verteidigungsminister.

Im US-Kongress regt sich parteiübergreifend Widerstand gegen die Truppenverlegung. Senator Mitt Romney von den Republikanern nannte das Vorhaben eine „sehr schlechte Idee“. Er und andere Senatoren wollen den Schritt durch eine Abänderung des Verteidigungshaushalts verhindern.

Norbert Röttgen, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, meint, die USA erreichten mit dem Truppenabzug „genau das Gegenteil dessen, was Esper als Begründung nennt. Statt einer Stärkung führt der Abzug zu einer Schwächung der Nato. Die Schlagkraft des US-Militärs wird nicht erhöht, sondern verringert, gegenüber Russland und im Nahen-Mittleren Osten“, so Röttgen.